Mobbing & Bullying – Heilsamer Umgang mit Ablehnung in 3 Schritten

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Mobbing & Bullying – Heilsamer Umgang mit Ablehnung in 3 Schritten

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Übersicht

Wir können Ablehnung auf vielfache Weise erleben. Dabei besteht jede Ablehnungserfahrung aus mehreren Elementen:

1. Die Situation selbst, in der andere Menschen etwas tun – beobachtbare Ebene.
2. Was in uns daraufhin geschieht (Gedanken, Gefühle, Erleben) – Erlebensebene.
3. Wie wir darauf reagieren, was wir sagen, tun – interaktionelle Reaktionsebene.

Psychologen und Psychotherapeuten haben durchaus Antworten auf die Frage, wie wir mit Ablehnung umgehen können. Zum Thema Kränkung, Zurückweisung und Mobbing kann ich folgendes Buch von Bärbel Wardetzki empfehlen (Affiliate-Link):

Ohrfeige für die Seele: Wie wir mit Kränkung und Zurückweisung besser umgehen können.

In meiner vergangenen Arbeit als Psychotherapeutin habe ich die Erfahrung gemacht, dass dabei der psycho-energetische Aspekt von Ablehnung zu wenig beachtet wird.
In diesem ausführlichen Beitrag gehe ich darauf ein. Richtig eingesetzt kann dieser Beitrag Dir helfen, einen bewussteren und gelasseneren Umgang mit Ablehnung (Mobbing & Bullying) zu finden. Im Beitrag bezeichne ich jene, die Mobbing & Bullying initiieren als Initiatoren und jene, die es erleben als Betroffene.

Was kannst Du tun, wenn Du abgelehnt wirst? Was, wenn Menschen hinter Deinem Rücken über Dich reden oder Dich sogar gezielt auflaufen lassen? Wie kannst Du Bullying & Mobbing begegnen, mit Deinen Gefühlen der Ablehnung umgehen? Wie gestaltest Du den Kontakt mit Menschen, die Dich (offen oder verdeckt) ablehnen? Lässt sich eine solche Situation „verbessern“?

Einführung | Auswirkungen von Ablehnung & Ausgrenzung

Ablehnung schmerzt und macht Angst

Wenn Menschen hinter Deinem Rücken schlecht über Dich reden oder Dich aus einem inneren Kreis ausschließen, dann ist das schmerzhaft!
Dieser Schmerz ist real, denn als Menschen sind wir Herdentiere. Egal wie intensiv wir diese Gemeinschaft leben – wir wollen dazugehören. Zugehörigkeit & Verbundenheit sind menschliche Grundbedürfnisse!
Unsere Vorfahren erlebten ernsthafte und sehr reale Bedrohungen, wenn sie von ihrem Stamm ausgeschlossen oder verstoßen wurden. Fehlten Schutz und Versorgung durch die Gemeinschaft, war man rauen Wetterbedingungen, Nahrungsmangel, Hunger, wilden Tieren und Angriffen konkurrierender Stämme ausgesetzt.
Kein Wunder, dass Angst vor Ablehnung sich existentiell bedrohlich anfühlt. Manche Menschen berichten sogar vom Erleben einer Art Todesangst (siehe unten). Ablehnung aktiviert das genetische Erbe von Hochstress in uns!

Wir wollen Ablehnung verhindern – ESKALATION: People Pleasing

Viele unserer Handlungen sind (oft unbewusst) darauf ausgerichtet, Ablehnung zu verhindern. Das Verhaltensmuster des People Pleasing stellt eine Eskalation dieser Bemühungen dar. Hier tun Menschen alles dafür, um (reale oder vorgestellte) Ablehnung zu vermeiden. Wenn das Abwenden von Ablehnung das oberste Ziel ist, entstehen dadurch oft viele Nachteile:

1. Die Unterordnung findet auf Kosten der eigenen Wahrheit statt
2. Eigene Werte, Ziele, Wünsche und die Lebensfreude werden aus den Augen verloren
3. Das eigene Leben wird immer mehr als beengender Käfig empfunden
4. Es findet eine Gewöhnung an die Zustände des People Pleasings statt:

a.) Innerer Stress wird nicht mehr als außergewöhnlich oder belastend erlebt ( = Habituation)
b.) Eine unerkannte Hypersensibilisierung für potentielle Ablehnung findet statt
c.) Bemühungen, Ablehnung zu vermeiden steigen – ebenso Misstrauen ggü. Menschen
d.) Projektion eigener Ängste auf andere Menschen wird immer wahrscheinlicher

Analyse der Details | Was geschieht bei Mobbing & Bullying?

Mobbing & Bullying | Drei Ebenen von Ablehnungsphänomenen

Bilden zwei oder mehr Menschen einen vertrauten Kreis und lassen erkennen, dass man nicht dazu gehört, ist das schmerzhaft. Man ist aus einer Gemeinschaft ausgegrenzt. Mobbing & Bullying kann in der Familie, am Arbeitsplatz, einem Workshop oder Freundschaften vorkommen.
Vereinfacht gesagt, können Ablehnungsphänomene einer der drei Ebenen zugeordnet werden:

1. Sichtbare Ebene: Bspw. wenn Kollegen am Arbeitsplatz den Tisch in der Kantine wechseln, sobald man sich dazu setzt.
2. Spekulative Ebene: z.B. wenn Kollegen tuscheln, lachen und gleichzeitig zur betroffenen Person blicken oder wenn wiederholt Aufgaben erteilt werden, welche die Fähigkeiten der Betroffenen übersteigen (enthält ein Interpretationselement).
3. Unsichtbare, wahrgenommene Ebene: Wenn Kollegen über Betroffene in deren Abwesenheit auf negative, abwertende Weise sprechen (wird lediglich gespürt).

Ablehnung und Ausgrenzung müssen also nicht unbedingt sichtbar sein. Von außen betrachtet, können Interaktionen „normal“ aussehen: Während Aufgaben / Aktivitäten gemeinsam ausgeführt werden, kann auf einer anderen Ebene eine subtile Ausgrenzung stattfinden. Um sich über die Mechanismen & Lösungsansätze als Betroffene/r bewusst zu werden, versuchen wir nun zu verstehen, weshalb Menschen Mobbing & Bullying betreiben.

Motive | Was veranlasst Menschen zu Mobbing & Bullying?

Sprechen zwei oder mehr Menschen schlecht über ein Gruppenmitglied, dann stärkt dies die Verbindung zwischen den Initiatoren. Deren Beziehung wird über die gemeinsam geschaffene Negativität enger. Tatsächlich wird eine solche Verbindung oft nur durch Negativität gespeist und löst sich auf, sobald die Negativität wegfällt oder ein Initiator sich zur Verbandelung einem anderen zuwendet (oft wird dann der ehemals Verbündete ebenfalls ausgegrenzt).

Das war auch in meinem Fall so, den ich im Newsletter beschrieben habe.

Bei Menschen, die Mobbing & Bullying betreiben, ist das Bedürfnis nach Nähe oder Überlegenheit ein zentrales Motiv. Die Ausgrenzenden sind oft selbst sehr unsicher, innerlich instabil und abhängig von Zuspruch & Bestätigung. Nicht selten wurden sie zuvor selbst ausgegrenzt, abgewertet oder haben eine unglaubliche Angst davor – weshalb sie immer wieder beweisen müssen, dass sie „besser“ sind.
Lästernde, tratschende Menschen erleben meist einen permanenten inneren Wettstreit. Das Gefühl „überlegen“ oder „besser“ zu sein, verhilft ihnen allenfalls zu kurzfristiger Entspannung.
Initiatoren suchen & finden Menschen, mit denen sie lästern, negativ über Betroffene sprechen. So wird Verbundenheit über Negativität erlebt. Durch eine solche Verbindung erzeugen sie Bestätigung für sich, eine Besänftigung der eigenen Unsicherheit.

Mobbende Menschen projizieren nicht selten eigene, abgelehnte Eigenschaften auf Betroffene, z.B.: „Schau dir mal den Anderen an, wie empfindlich und ängstlich der ist!“
Die abgewerteten, beurteilten Adjektive sind oft genau jene Eigenschaften, für die sie sich selbst verurteilen, die sie sich verbieten, nicht eingestehen oder vor denen sie Angst haben.
Was auch immer der Gegenstand der negativen Bewertung und der Ausgrenzung ist – die Initiatoren von Mobbing & Bullying fürchten, dass sie selbst ausgegrenzt werden könnten. Oder sie unterdrücken jene Eigenschaften in sich und halten es für erstrebenswert, hart zu sich selbst zu sein. Das Thema der eigenen Schatten ist bei Initiatoren sehr präsent.
Ein von Mobbing Betroffener wird dann z.B. als „anhänglich“ (Bedürfnis nach Nähe) oder „unsicher“ (Angst) bezeichnet. Die Initiatoren reden hinter dessen Rücken über ihn, machen sich darüber lustig oder „necken“ ihn direkt / indirekt.
Es ist ungemein wichtig zu verstehen, dass Initiatoren innere Gründe dafür haben, Betroffene abzulehnen und auszugrenzen. Es geht mehr um den Akt der Ablehnung als um den Inhalt (Gründe, weshalb man jemanden ausgrenzt)!
Die Motive der Initiatoren von Mobbing & Bullying sind das eine, die Auswirkungen für Betroffene das andere. Ohne Bewusstsein für diese Grenze geraten Betroffene in eine Verstrickung, die definitiv ins Drama-Dreieck führt. 

Vor diesem Hintergrund betrachten wir das psycho-energetische Feld, das durch Mobbing & Bullying entsteht. Also jenes Feld, das Betroffenen durch Ablehnung & Ausgrenzung als Einladung „angeboten“ wird.

Psycho-energetisches Informationsfeld | Mobbing & Bullying

Neben dem realen Schmerz, der durch Ablehnung bei Betroffenen entsteht, stellt jede Mobbing-Situation eine Einladung in ein psycho-energetisches Feld dar, das von Initiatoren durch ihre Aussagen kreiert wird. Mein Ausgangspunkt: Alles, was wir denken, äußern und tun hat eine energetische Wirkung, kreiert ein Feld. Wir haben immer die Wahl, ob und wie wir uns mit diesem Feld auseinandersetzen wollen oder nicht. Dass wir diese Wahl haben, ist uns meistens nicht bewusst. Falls wir uns für die Auseinandersetzung entscheiden, sollten wir eine bewusste Entscheidung über das „Wie?“ treffen.
Derartige Einladungen können auch ausgeschlagen werden! Was ein Initiator über Dich denkt, sagt oder was er tut, um Dich ggf. auflaufen zu lassen, darf auch von Dir ignoriert werden – falls das gelingt.
Das konkrete Feld, das bei Mobbing & Bullying durch abwertende Äußerungen oder Gesten kreiert wird, basiert auf fehlendem gegenseitigen Respekt, Feindseligkeit, Abwertung, Heimlichkeit und Spaltung. Es wir das Bild von zwei (oder mehr) voneinander getrennten Gruppen gezeichnet. Auch dieses Bild kann ignoriert werden!
Wenn „schlecht über einen anderen geredet“ wird, ist die energetische Information: Das sind wir und dann gibt Andere, die nicht dazugehören. Selbst wenn Mobbing & Bullying nur auf einer unsichtbaren, wahrgenommenen (3.) oder spekulativen (2.) Ebene stattfinden, wird dies von Betroffenen wahrgenommen, gespürt. Betroffene finden sich in diesem Informationsfeld wieder. Und dieses Feld hat Auswirkungen auf Betroffene!
Es ist enorm wichtig, diese Auswirkungen zu verstehen, um dann zu überlegen, ob und wie wir auf diese Feld-Einladung (innerlich und äußerlich) reagieren wollen. Es kann sehr hilfreich sein, hier für eine nachhaltige Veränderung unser Unterbewusstsein einzubeziehen:

Audio | TRANCE & TIEFENENTSPANNUNG

Trance Cover

Unabhängig von der Art der Beziehung sind es immer dieselben inneren Variablen, die gesunde Verbundenheit verhindern (inklusive gesunder Grenzen) und ungesunde Konstellationen aufrechterhalten. Veränderungsresistente Blockaden liegen oft in tieferen Schichten: Unserem Unterbewusstsein. Emotionale Programme, Überzeugungen und Ängste sind hier verankert und können uns daran hindern, voranzugehen. 

Die Trance-Session Gesunde Verbundenheit mit Dir & Anderen spricht genau jene Größen in Deinem Unterbewusstsein sanft an und lädt sie (gemäß Deines freien Willens!) zur Transformation ein.

Folgen von Mobbing & Bullying für Betroffene

1. Der Schmerz der Ablehnung
Wie neuropsychologische Befunde belegen (*Zhang et al., 2019), lösen physischer und sozialer Schmerz eine Aktivität in sich überlappenden Hirnregionen aus. Bei körperlichem Schmerz und Schmerz durch soziale Ausgrenzung feuern also dieselben Neuronengruppen! Kurz gesagt: Ablehnung / Ausgrenzung tut wirklich weh!

2. Vorgestellte und tatsächliche Ablehnung aktivieren (Todes)Angst
Wie oben beschrieben, waren unsere Vorfahren auf Akzeptanz im Stammesverbund angewiesen. Ablehnung und Ausgrenzung waren das Todesurteil. In unserem genetischen Erbe existiert diese Verknüpfung bis heute. Selbst wenn wir keiner lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt sind, kann die bloße Vorstellung von Ablehnung automatisch eine Art Todesangst auslösen. Damit werden Betroffene in eine Hochstress-Reaktion katapultiert, ohne die tatsächliche Gefahr zu evaluieren (reale Bedrohung ja oder nein?).

3. Im Überlebensmodus – Hochstress-Reaktion
Auf Stress reagieren Menschen (je nach Situation, Prägung und Typ) auf unterschiedliche Weise. Die typischen Reaktionen sind: Fight (kämpfen), Flight (flüchten) und Fright (erstarren).
Im Kampf-Modus ist Wut die dominierende Emotion – stelle Dir einen Stammesangehörigen vor, der gegen seine Ausgrenzung und für seine Zugehörigkeit kämpft. Eine so ausgedrückte Wut entspricht einem „sich dagegen wehren“.
Im Modus Flucht dominiert Angst. Man verlässt die Situation, geht ihr aus dem Weg.
Bei Fright dominiert Angst oder emotionale Taubheit (= Numbness), physisch kommt es zur Erstarrung: Man verharrt in der Situation, lässt es über sich ergehen.

Eine spezifische, traumabedingte Stress-Reaktion ist „Fawning“. In meinem Buch Exit Gaslightig spielt diese Reaktion eine bedeutsame Rolle. 

Newsletter Psychische Manipulation

Betroffene versuchen durch Fawning, dem Bedrohenden durch Unterordnung und Freundlichkeit zu gefallen, es der Person „Recht zu machen“, von der die Bedrohung ausgeht. Ein Beschwichtigungsversuch. Ablehnung wird vorab zu verhindern versucht, indem man es dem feindseligen Menschen permanent „Recht zu machen“ versucht. Motiv: Dadurch von weiteren Attacken verschont zu bleiben. .

Unser genetisches Erbe drängt uns: Wir wollen, ja – müssendazugehören, um zu überleben, Ablehnung verhindern.
Die Erkenntnis, dass wir eine automatische Hochstress-Reaktion ggf. auch unterbrechen können, weil wir eben nicht an Leib und Leben bedroht werden, ist enorm wichtig! Denn – jede automatische Handlung aus einer Stress-Reaktion ist bei Mobbing & Bullying problematisch!

Problem | automatische Stress-Reaktionen bei Mobbing & Bullying

Automatische Stress-Reaktionen haben immer das Ziel, den unmittelbaren Stress zu reduzieren. Bei Mobbing & Bullying wollen wir den Stress der schmerzhaften Ablehnung minimieren. Dienen uns diese automatischen Reaktionen an dieser Stelle wirklich?

Option Kampf: Ein „Kampf“ um Zugehörigkeit bei Mobbing & Bullying könnte zu einer Klärung der Situationen beitragen. Beispielsweise wenn der Chef unserem Erleben Beachtung schenkt und die Kollegen ermahnt. Oder wenn Kollegen ihr Verhalten stoppen, nachdem es angesprochen wurde. Voraussetzung: Ruhig und sachlich bleiben, die emotionale Ebene außen vor lassen.
Doch erstens gelingt dies meistens nicht und zweitens fühlen wir uns dadurch nicht „verbundener“. Wenn Du emotional aufgewühlt und getroffen in den Kampf ziehst, können Initiatoren von Mobbing & Bullying diese „angegriffene Reaktion“ als Beweis dafür werten, dass mit Dir wirklich etwas „nicht stimmt“ (Du bist zu empfindlich, kompliziert, aggressiv, stellst dich an oder was auch immer). Eine Kampf-Reaktion führt also nicht zu mehr Verbundenheit (weniger Ablehnung), sondern sorgt allenfalls dafür, dass Handlungen auf der sichtbaren Ebene aufhören.
Eine andere Form des Kampfes könnte ein „Dampf ablassen“ bei anderen Menschen sein. Wenn Du Deinerseits negativ über die Initiatoren sprichst, würdest Du das angebotene Bild und Informationsfeld nähren, dasselbe Verhalten an den Tag legen, was Dir Schmerzen zugefügt hat. Kurzfristig mag Dich das entlasten, das Problem Ablehnung wird dadurch aber nicht gelöst. Im Gegenteil. Nun verbindest auch Du Dich über Negativität mit anderen Menschen. Der Schmerz wird so gelindert, das Gefühl der Verbundenheit gesteigert. Dadurch nimmst Du die Einladung zum Spiel „Wir reden negativ über andere Menschen“ an. Psycho-energetisch wird Ablehnung genährt.
Wichtig: Ein offener, wertungsfreier Austausch, mit Dich stützenden Menschen ist etwas ganz anderes – dies ist heilsam und kein „Kampf“. Achte hier auf Deine Bewertung / Haltung.

Option Flucht: Eine Situation zu verlassen oder zu meiden kann eine Lösung sein. Vorausgesetzt Du hältst innerlich eine gute Verbindung zu Dir und machst Dir klar, dass eine faktische Ausgrenzung besteht und entscheidest Dich, den Schmerz zu umarmen. In diesem Fall stellt Flucht eine bewusste Wahl dar und keine automatische Reaktion.
Denn letztere ist nachteilig! Wenn Du der Überzeugung bist, keine andere Wahl zu haben, der Situation nicht gewachsen zu sein, leidet Dein Selbstwertgefühl darunter (geschieht in den meisten Fällen). Flüchtende Betroffene bleiben nämlich innerlich „im Spiel“: Sie wälzen Situationen wieder und wieder im Kopf, können sich vom Schmerz der Ausgrenzung nicht distanzieren, sondern schrauben sich immer tiefer hinein. Unbewusst betreten Betroffene das Drama-Dreieck und nehmen die Opfer-Rolle an. Psycho-energetisch wird das Feld der Ablehnung akzeptiert, indem die dazu passende Rolle eingenommen wird. Damit fällt Mobbing & Bullying auf fruchtbaren Boden.

Option Erstarren: Dass Erstarrung keine langfristige Option ist, ist selbsterklärend. Menschen, die immer wieder in eine Starre verfallen, erleben wiederholt Hilflosigkeit & Handlungsunfähigkeit. Die von den Initiatoren zugeschriebenen Opfer-Rolle wird eingenommen. Erstarrung ist häufig von Schamgefühlen begleitet, v.a. wenn Betroffene selbst Probleme mit jenen Eigenschaften an sich haben, die von den Initiatoren kritisiert und abgewertet werden.

Option Fawning: Gegenüber einem Dich ausgrenzenden, abwertenden Menschen besonders freundlich zu sein, beinhaltet eine Selbstabwertung und -lüge. Rücksichtslosen und verletzenden Menschen gefallen zu wollen, ist wie ein Ausblenden der Ereignisse. Als habe die Verletzung, die Ausgrenzung nie stattgefunden. Eine paradoxe Selbstentwürdigung, bei der die Angst vor Ablehnung so groß ist, dass man dafür bereit ist, sich zu entwerten, anzubiedern – nur, um akzeptiert zu werden: Selbstablehnung statt Ablehnung von Außen.

Alle automatischen Stress-Reaktionen führen also zu einer Annahme der Einladung in jenes psycho-energetische Feld, das von den Initiatoren kreiert wurde. Das Bild sich gegenseitig ausgrenzender Gruppen wird so verfestigt.
Ablehnung und Ausgrenzung bei Mobbing & Bullying basiert auf einem Bild von Dir in den Köpfen der Initiatoren. Gehst Du auf dieses Bild ein, bist Du (innerlich) im Spiel.
Um einen gelasseneren und heilsamen Weg zum Umgang mit Mobbing & Bullying zu finden, müssen wir uns klar machen: Dein Schmerz der Ablehnung ist real! Das geschieht im Bereich Deiner Intimsphäre.
Du solltest diesen Raum liebevoll schützen und nicht mit Deiner äußeren Reaktion auf die Initiatoren der Ablehnung vermengen. Frage Dich selbst, ob jene Menschen, welche die Konsequenzen ihres Handelns nicht sehen oder Deinen Schaden in Kauf nehmen, gute Gesprächspartner sind, um sich ihnen vertrauensvoll zu öffnen… 

Ein gesunder Umgang mit Mobbing & Bullying setzt voraus, dass wir diese Ebenen getrennt voneinander betrachten – und nicht vermengen.

Umgang mit Ablehnung | Mobbing & Bullying

„Wie gehe ich dann damit um?“ 

Genau diese Frage stellen wir uns jetzt. Und zwar drei Mal auf verschiedenen Ebenen, die unbedingt voneinander abgegrenzt werden sollten:

1. Wie gehe ich mit meinem sehr realen Schmerz der Ablehnung um? (= Emotionale Beziehung zu Dir selbst)
2. Wie sieht meine innere Antwort auf Mobbing & Bullying aus? (= Gestaltung der inneren Beziehung zu Dir selbst, womit identifizierst, beschäftigst Du Dich?)
3. Wie gehe ich im Außen damit um? (= Beziehung zu den Initiatoren)

1. Der Schmerz ist real | Fühle ihn!

Als Mensch ist man verletzt, wenn man aus einem Kreis ausgeschlossen wird. Dein Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Sicherheit wird nicht gehört. Es gibt eine Gemeinschaft und – Du bist kein Teil davon. Fühle den Schmerz der Ablehnung! Fühle ihn länger. Beobachte, hab Verständnis für dieses Gefühl. Weder musst Du es ablehnen, noch mit anderen Ereignissen der Vergangenheit („Das ist wie damals, als…“) oder Gedanken („Immer ich!“) füttern. Konzentriere Dich nur auf das, was real jetzt geschehen ist und was Du diesbezüglich fühlst. Erkenne an: „Es tut weh!“

Lasse es weder eskalieren, beschwichtige es aber auch nicht. Achte auf Deine Gedanken. Auch auf Deine sekundären Gedanken. Wenn der Gedanke „Ich werde abgelehnt“ auftaucht, beobachte ihn und fühle das Gefühl. Sobald sekundäre Gedanken auftauchen wie „Ich werde nie Teil einer Gemeinschaft sein“ oder „Immer passiert mir so etwas“ – stoppe das. Unverzüglich.
Sonst können Deine Gedanken die Oberhand gewinnen und noch mehr Schmerz & Leid verursachen. Bleibe bei Deiner echten Erfahrung und dem primären Gedanken. Kehre immer wieder dahin zurück und fühle: Es ist real.

Oft tragen Betroffene eine Geschichte der Ablehnung in sich, die sie empfindsamer macht und uns intensiver reagieren lassen kann. Die Wunde der Ablehnung ist dann bereits vorhanden. Dies war beispielsweise bei mir der Fall!
Es kann sein, dass sich die alten Erfahrungen von Ablehnung aus der Vergangenheit zeigen: Ursprungsmomente, in denen wiederholt Ablehnung geschehen ist. Dann nutze diesen Trigger (das Mobbing), um diesen nicht verarbeiteten Schmerz zu fühlen, anzunehmen, Verständnis für Dein früheres Ich aufzubringen. Beobachte, was sich alles zeigt und mache Dir bewusst: Dafür können die Initiatoren in der konkreten Situation nichts. Biete dem abgelehnten Teil in Dir genau die Verbundenheit an, die er sich so sehnlich wünscht: Sei da für ihn, nimm ihn an, verbinde Dich mit ihm (= innere Verbundenheit), umarme ihn. Teile ihm mit, dass Du ihn verstehst.

Begehst Du diesen Prozess bewusst, dann kann der Schmerz der Ablehnung Dir eine tiefe Heilung bringen. Wenn durch die aktuelle Situation können alte, tiefsitzende Wunden der Ablehnung an die Oberfläche kommen, können sie so endlich heilen – durch Deine Annahme! Du versuchst nicht mehr, Dir Ablehnung schön zu reden oder sie zu verdrängen, Dich anzubiedern, um dazuzugehören. Ablehnung findet statt und das tut weh. Punkt.

Langfristig verlierst Du immer mehr Angst vor Ablehnung. Sie bleibt zwar schmerzhaft (s.o.), aber – durch Dein Bekenntnis zu Dir („Ja, das tut mir weh und ja, ich bin für mich da!“) stärkst Du Dein Selbst-Bewusst-Sein und Dein Self-Commitment. Durch eine liebevolle Reaktion auf der emotionalen Ebene zu Dir selbst kannst Du zur Eiche im Sturm werden. Tatsächlich führt dieser Weg der Annahme in mehr Ruhe und (Selbst)Sicherheit, denn es kann sein, dass wir auf diese Weise auch einem Seelenanteil in uns endlich ein zuhause schenken:

2. Deine innere Antwort auf Ablehnung | Was tun mit den Informationen?

Ob die über Dich gefällten Urteile wirklich etwas mit Dir zu tun haben oder ob es sich nur um Schatten und Projektionen der Initiatoren handelt, ist unklar. Falls es um verdrängte und projizierte Aspekte der Initiatoren geht, hat all das rein gar nichts mit Dir zu tun!
Dasselbe gilt, wenn ein Initiator Mobbing nutzt, um Dampf und Frust abzulassen. Er braucht ein Ventil. Nicht mehr und nicht weniger. Du musst die Inhalte nicht persönlich nehmen! Und das ist Übungs- und Bewusstseinssache.
Urteile und Ausgrenzungen von Initiatoren sind oft Ausdruck einer Ablehnung gegenüber eigenen Schatten, Ängsten und Bedürfnissen. Oder sie entstehen aufgrund eines von Feindseligkeit getragenen Machtbedürfnisses. In beiden Fällen musst Du nicht mitspielen oder in die Inhalte einsteigen. Nochmal zur Erinnerung: Aber Du vertraust ihnen auch nichts aus Deinem Innenleben an.

Wenn Urteile und Ausgrenzungen aufgrund von Eigenschaften geschehen, die Du tatsächlich an Dir hast, kannst Du hier wählen: Findest Du Dich trotzdem weiterhin ok? Mit diesen Fehlern, Schwächen? Kannst Du Dich hinstellen und sagen: „Ja, das mag sein – dennoch bin ich in Ordnung?“ oder auch „Ich bin bereit, daran zu arbeiten, wenn es im Miteinander stört – ich muss es nur wissen!“

Wir sind immer noch auf der inneren Ebene, der Beziehung zu Dir. Es ist entscheidend, wie Du das Geschehene verarbeitest und dass Du zu einer Haltung, einer Schlussfolgerung gelangst.
Eine Schlussfolgerung ist wie ein Abschluss für diese Geschichte der Ablehnung – in Dir selbst. 
Wolltest Du vielleicht zu einem Kreis gehören, der gar nicht „Dein Stamm“ ist. Vielleicht bist Du ja in Deiner Individualität anders? Hast Du tatsächlich gemeinsame Interessen, Werte oder Haltungen mit jenen Menschen in diesem Kreis? Oder ist es eher so, dass es prinzipiell um das Bedürfnis des „Dazugehörens“ geht? Das ist völlig in Ordnung! Doch vielleicht ist dieser Kreis nicht wirklich Deiner? Versuche, Deine Motive zu verstehen und erkenne an, dass Verbundenheit hier nicht so geklappt hat, wie Du es Dir gewünscht hast.

Konfrontiere Dich damit, dass Du nicht in jedem Kreis willkommen bist, dass nicht alles mit Dir geteilt wird. Tief in Dir weißt Du – Menschen haben Vorlieben und Abneigungen – wir alle haben sie! Auch das ist völlig normal und in Ordnung! Lass Dich nicht zur Annahme verleiten, dass Ablehnung und Ausgrenzung bedeuten, dass Du als Mensch falsch oder nicht gut genug wärst.

Gleichermaßen musst (ja, musst!) Du für Dich entscheiden, ob Du Dich wirklich mit den (vermeintlichen) Gründen der Ablehnung auseinandersetzen willst. Willst Du es zulassen, dass dieses von Dir gezeichnete Bild Wirkung in Dir entfaltet? Oder kannst Du einfach sagen: “Ich bin ich”?
Wenn Initiatoren der Meinung sind, dass Du hier oder da „falsch“ bist, etwas „falsch“ gemacht hast – lässt Du diese Aussagen in Dein System? Beschäftigst Du Dich damit? Ziehst Du es in Erwägung? Übernimmst Du die Ableitung, dass dies ein Grund ist, um Dich auszuschließen? Dass Du es ggf. „verdient“ hast, nicht dazuzugehören? Falls dem so sein sollte – kläre Deine eigenen, inneren Unsicherheiten & Glaubenssätze VOR einer äußeren Reaktion / Antwort!
Was denkst Du über Dich?

Beobachte ehrlich, ob Du ggf. zu sehr nach einer logischen Begründung dafür suchst, weshalb die Initiatoren sich so verhalten. Das ist eine Stolperfalle! Du würdest deren Verhalten damit rechtfertigen, anstatt es als “schmerzhaft” für Dich stehen zu lassen. Bleibe hier bei Dir und setze keine Spekulationsbrille für Sichtweisen Anderer auf.
Gerade bei Mobbing & Bullying ist es sehr entscheidend, sich klar zu machen: Bei einem wirklichen Problem können Initiatoren das Problem auf Augenhöhe ansprechen. Direkt. V.a. wenn Du Dich Deinerseits offen und kooperativ gezeigt hast. Tun Initiatoren dies nicht, darfst Du Dir klar machen: Es geht nicht wirklich um ein Problem (das lösbar wäre), sondern darum, jemanden zu haben, über den man herziehen kann.


Prüfe
auf Deiner Seite zudem für Dich:

„Habe ich zu sehr versucht, mich anzupassen?“
„War ich damit beschäftigt, zu beweisen, dass ich ein gute Mensch und der Anerkennung würdig bin?“
Sind diese Menschen wirklich mein Stamm oder habe ich einfach Sehnsucht, dazuzugehören?“
„Habe ich mich angespannt oder unbehaglich gefühlt, während ich mit ihnen interagierte?
„Habe ich durch Worte oder Taten zu erreichen versucht, dass ich in diesen Kreis aufgenommen werde?”
Und weiter:
„Ist etwas Ähnliches schon einmal in meinem Leben passiert?“
„Wie habe ich damals reagiert?“
„Was waren meine Gedanken, Gefühle, Überzeugungen und Strategien, um in meiner Würde zu bleiben?“
„Hat das geholfen?“

Sei ehrlich zu Dir selbst: Vielleicht hast Du schon mehrmals Dein Verhalten angepasst, so getan, als hättest Du dieselben Interessen und versucht, Dich an Diskussionen zu beteiligen, die Dich in Wirklichkeit gar nicht interessieren (Selbst-Verrat für Verbundenheit).
Beobachte Dich, reflektiere Dein Bedürfnis nach Anerkennung und Verbundenheit. Und dann frage Dich: „Weshalb und wie habe ich Verbundenheit mit mir selbst geopfert, um zu dieser Gruppe zu gehören? Was habe ich gesagt, getan, was nicht wirklich zu mir passt?“
Wenn Du etwas vorgibst, was Du nicht bist, wird die Kluft zwischen Dir und den Menschen nur noch größer. Zusätzlich klafft in Dir ein zunehmend großer Riss zwischen Dir und Deinem wahren Selbst. Und das bedeutet: Mehr (Selbst-)Ablehnung, mehr Schmerz & Leid.

Schließe diesen zweiten Schritt mit einer genauen Analyse der Situation und verbinde Dich wieder mit Dir selbst. Erkenne den Schmerz und die Ereignisse an. Sieh es durch Deine Augen! Und – bleibe realistisch, statt dramatisch: Nicht alle Menschen mögen einander.

Hilfreiche Fragen:

Ist es wirklich so schlimm, nicht zu dieser Gruppe zu gehören?
Hast Du Dich zu sehr angestrengt?
Wie kannst Du gelassener bei Dir bleiben, einfach Du selbst sein?
Weshalb misst Du irgendeinem Bild in den Köpfen Anderer so viel Bedeutung zu, dass Du glaubst, Dich dagegen „wehren“ zu müssen?
Wie kannst Du anderen ihre Bilder einfach lassen und für Dich entscheiden, einfach Du selbst zu sein?
Welche Gedanken, Erinnerungen helfen Dir, Dich von fremden Bildern zu lösen und Dich selbst in all Deinen Facetten zu fühlen und sein zu lassen?

Du kannst den Schmerz der Ablehnung spüren, ohne das Geschehene, die Gründe der Initiatoren detaillierter analysieren zu müssen. Was Du analysieren kannst ist, was es in Dir bewirkt!
Werde Dir klar darüber, was real passiert ist und entscheide, wie Du daraufhin die innere Beziehung zu Dir gestalten möchtest. Finde ein inneres Commitment, eine innere Antwort, die in etwa so aussehen kann:

„Ich werde von einer Gruppe von Menschen abgelehnt, die ein bestimmtes Bild von mir im Kopf haben. Es gibt einige Eigenschaften an mir, mit denen auch ich meine Schwierigkeiten habe. Einiges davon verstehe ich nicht, es macht keinen Sinn für mich. Diese Ablehnung / Ausgrenzung tut weh. Gerade weil diese Menschen kein Feingefühl für meine Verwundbarkeit zu haben scheinen, kümmere ich mich um diesen Schmerz. Ich lasse alle Anstrengung los, irgendjemand sein zu wollen oder unbedingt dazuzugehören. Ich lebe ab jetzt meine authentische Version. Ich bin für mich da. Diese Verbundenheit gibt mir Halt. Ich bekenne mich zu mir – mit allem, was ich bin. Ich bin, wer ich bin. Dazu stehe ich jetzt und komme in eine Gelassenheit damit, dass andere Menschen dies anders sehen.“

Erst wenn Dein Umgang mit Mobbing & Bullying auf der inneren Beziehungsebene (Du mit Dir) geklärt ist, kannst Du eine klare Entscheidung treffen, ob und wie Du auf der äußeren Ebene mit den Initiatoren in Beziehung treten möchtest.

Bereits vor einigen Jahren habe ich ein YouTube-Video zum Thema Angst vor Ablehnung gemacht: 

3. Äußere Antwort | Beziehung zu den Initiatoren

Menschen werden Dich immer wieder ablehnen und zurückweisen. Dagegen kannst Du nichts unternehmen.
Wenn Du aber in der Lage bist, den Schmerz zu fühlen, wird er Dich nicht mehr lähmen. Mitgefühl Dir selbst gegenüber, kann Dir in einer Situation der Ablehnung Halt im Schmerz geben (= innere Verbundenheit).
Dich selbst sanft zu umarmen, Dir gut zuzusprechen ermöglicht es Dir, ehrlicher und sachlicher auf der äußeren Ebene zu reagieren. Du kannst die Erwartung loslassen, die Initiatoren müssten ihr Verhalten ändern, Dich annehmen.
Hast Du die beiden anderen Ebenen liebevoll geklärt, befähigt Dich dies dazu, Deine eigenen Werte und Grenzen ruhig und würdevoll zu demonstrieren – indem Du sie lebst. Deine Gefühle und intimen Vorgänge hast Du selbst reguliert und kannst Dich nun auf das sachliche Ansprechen der Fakten konzentrieren.

Im Arbeitskontext könnte das so aussehen: „Ich verstehe wirklich nicht, was hier vor sich geht, denn ich bin mit den besten Absichten hier, um zu einer erfolgreichen Teamarbeit beizutragen. Wenn es Probleme gibt, wäre es reif und sinnvoll, dies direkt anzusprechen, so dass die Probleme verstanden und verändert werden können.“ – ggf. mit der Ergänzung: „Wir sind schließlich erwachsen und nicht im Kindergarten!“.
Vielleicht bemerkst Du, dass hier sehr viel selbst-bewusste (= Du Dir Deiner selbst bewusst seiend), sachliche Klarheit in Bezug auf den Arbeitskontext enthalten ist, das Mobbing-Problem als solches indirekt angesprochen und richtig eingeordnet wird („Kindergarten“). Das Bild der Spaltung wird NICHT angenommen (Betonung auf Teamarbeit, Gruppenbewusstsein schaffend durch das „wir“). Durch diese oder ähnliche Sätze machst Du klar: „Ich gehöre zum Team, ob ihr wollt oder nicht. Ich gebe weiterhin mein bestes und lege es jetzt offen auf den Tisch, dass man mit mir sprechen kann. Alles andere ist euer Kindergarten.“ Auf der äußeren Ebene setzt Du so ein klares Commitment zur Teamarbeit und Verbundenheit (Du kannst nur für Dich sprechen und Du bist bereit dazu) und erteilst gleichzeitige eine definitive Absage an jede Form von Machtspiel & Intrige (= Abgrenzung).

Beispielsweise könntest Du auch den Teamzusammenhalt herausstellen und mit der Leistungsfähigkeit verknüpfen: „Ich würde mir wünschen, das sich dieses Team mehr auf eine gute Zusammenarbeit konzentriert und weniger Energie in Machtspielchen investiert. Das mindert meine Leistung, was mich ärgert. Wir müssen nicht die besten Freunde sein, aber ich würde es sehr begrüßen, wenn wir Probleme offen ansprechen und diskutieren könnten. Hinter dem Rücken anderer zu reden, ist für uns als Team nicht hilfreich“.
Auch hier erkennst Du vielleicht, dass Deine persönlichen Schmerzen außen vor bleiben. Du agierst sachlich und professionell, betonst das Gemeinsame und ignorierst damit dieses Bild der Trennung bzw. Spaltung, während Du es gleichzeitig benennst (Wichtig: Stehenlassen! Nicht diskutieren!).
Falls Mobbing & Bullying im Rahmen eines Workshop in der Arbeitsgruppe passiert, könntest Du sagen: „Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich bin in diesem Workshop, um zu lernen und zu wachsen. Könnten wir also das, was gerade passiert, bitte aufschieben und einfach zusammenarbeiten? Wir müssen keine Freunde werden, aber es wäre schön, wenn wir jetzt an einem Strang ziehen könnten.

Du wirst feststellen, dass solche Aussagen auch deutlich machen, dass Du auf auf der persönlichen Ebene auf das Bedürfnis nach Angenommensein verzichtest. Dadurch wirst Du für Initiatoren von Mobbing uninteressant: Es gibt kein Auf und Ab mehr, keine Zugkraft, die Dich bindet. Du stehst drüber und lässt das auch erkennen.
All das ist erst möglich, wenn Du mit der Ablehnung, Deinem Schmerz und Deiner Traurigkeit zuvor Deinen Frieden gemacht hast. Denn dann reißt es Dir in solchen Situationen nicht mehr den Boden unter den Füßen weg. Du gehst weder in den Kampf, noch flüchtest oder erstarrst Du. Vielmehr erkennst Du, was geschieht und wirst nach Klärung Deiner inneren Beziehung (s.o.) viel besser in der Lage sein, die Situation sachlich zu konfrontieren, ohne Dich in dieses Informationsfeld zu begeben oder damit zu ringen.
Ablehnung wird immer verletzend bleiben, doch jetzt kannst Du akzeptieren, dass sie geschieht und trotzdem genau benennen, was passiert. Und zwar ohne Worte wie Schikane oder Mobbing zu benutzen (potentiell fällst Du dadurch wiederum direkt in die Opfer-Rolle).

Man könnte diesen gesamten Beitrag in einem Satz zusammenfassen: Lerne Ablehnung in Dir selbst ernst zu nehmen, um sie im Umgang mit Anderen leicht nehmen zu können.
All die obigen Aussagen haben eines gemeinsam: Deine intime, persönliche Verletzung wird nicht zum Thema gemacht. Nicht, weil Du sie wegschiebst, ignorierst oder so tust, als sei alles in Ordnung. Nein – schlicht deswegen, weil Du bei Menschen, die keine Sensibilität und Bereitschaft Dir gegenüber zeigen, keine weitere Öffnung anstreben solltest.
Du bist in der Lage, Dich um Deine eigenen Gefühle zu kümmern! Der Kreis, zu dem du nicht gehörst, wird nicht die kümmernde Mutterrolle einnehmen (die sich das verletzte Kind in uns wünscht)!
Werde Dir dessen bewusst! Um auf hilfreiche Weise mit Mobbing umzugehen, braucht es diesen Entwirrungsprozess, der Dich befähigen wird, Deinen Schmerz anzunehmen, Dich wieder mit Dir selbst zu verbinden und Mobbing & Bullying sachlich eine Abfuhr zu erteilen.

Der Entwirrungsprozess noch einmal in Kürze:
– Was geschieht real? (= Zwei oder mehr Menschen lehnen Dich ab)
– Was löst es in Dir aus? (= Schmerz, gedankliche Reaktionen in Deinem inneren Universum)
– Wie reagierst Du nach außen? (= Absage erteilen, ohne sich darauf einzulassen)

Mobbing aus buddhistischer Sicht | Hilfe auf psycho-energetischer Ebene

Abwertung, Ausgrenzung und negative Rede führen wie Leidenswünsche für Andere zu Schmerzen, bei jenen, die dies erfahren. Auf psycho-energetischer Ebene werden hier energetische Pfeile abgeschossen, die tatsächlich schaden und gefühlt werden. Ganz unabhängig davon, wo der Betroffene sich gerade befindet. Betroffene müssen dann mit dieser energetischen Ladung umgehen. Das wirkt ebenso, wie wir Liebe fühlen können, ohne sie zu sehen. 

Betroffene erhalten Hilfe und eine mentale Orientierung, wenn wir uns anschauen, wie der Buddhismus derartige Handlungen einordnet.
Das Dharma beschreibt 10 heilsame Handlungen, die im Unterlassen der 10 unheilsamen Handlungen bestehen. Sie werden in drei Gruppen unterteilt: Unheilsame Handlungen 1. des Körpers, 2. der Rede und 3. des Geistes.
Für mehr Details zu den unheilsamen Handlungen, siehe diese Seite.

Für uns wichtige, unheilsame Handlungen im Kontext von Mobbing & Bullying sind: Lügen (Rede), Zwietracht säen (Rede), verletzende Worte (Rede) und Übelwollen (Geist). Falls jemand die Unwahrheit über Dich verbreitet, bestehende Beziehungen auseinanderzubringen versucht, schlecht über Dich spricht oder Leid für Dich verursachen möchte, dann kreiert dieser Mensch Leid für sich selbst und Andere (= Karma). Aus buddhistischer Sicht geht es für Dich nun darum, nicht in diesen Karma-Kreislauf, dasselbe Muster zu verfallen, sondern das für Dich kreierte Leid zu transzendieren (s.o., Annahme). Es ist ohnehin schon da.
Ohne Dir das Geschehene schön zu reden, kannst Du ergänzend zu Deiner Dich selbst schützenden Haltung versuchen, Mitgefühl für diesen Menschen aufzubringen (das ist schon eine enorme Leistung, es genügt, wenn Du kein weiteres Leid verursachst). Denn er befindet sich auf einem Irrweg, er geht fehl.

Damit heißt Du das Geschehene weder gut, noch hebst Du es auf (das kannst Du ohnehin nicht). Du siehst die Dinge lediglich aus einer übergeordneten Warte und zwar erst (wichtig!), NACHDEM Du Dein persönliches Leid angenommen hast. Du kannst für Dich tief in Dir drin einen Weg des Mitgefühls wählen, ohne Dich involvieren zu lassen oder besonders freundlich zu sein (Vorsicht: People Pleasing). Eine solche Haltung unterbricht einen karmischen Kreislauf und transformiert auf Deiner Seite den Umgang mit Ablehnung insofern als dass Du erkennst: Es hat nichts mit Dir zu tun!

Wenn es Dir aus dieser Warte gelingt, Mitgefühl für jene aufzubringen, die Dich ablehnen, verändert das alles! Hierbei unterstützen könnte Dich die Meditation der liebenden Güte, die Du kostenlos in meiner Audiothek zum Download findest.

Mobbing liebende Guete

Diese Information finde ich ungemein wichtig! Wir SIND alle miteinander verbunden – ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist nur, wie wir innerhalb dieser Verbundenheit miteinander umgehen. Du hast die Wahl, wie Du auf Menschen reagieren möchtest, denen das Bewusstsein für diese Verbundenheit fehlt. Diese Wahl ist relativ einfach: Steigst Du in diesen karmischen Kreislauf ein oder unterbrichst Du ihn bewusst?

Ausblick | Mobbing & Bullying

Dieser lange Artikel zeigt, dass die Umsetzung für uns Menschen vielschichtig und prozesshaft ist. Es geht nicht darum, nicht verletzt zu sein oder von sich selbst zu erwarten, unheilsame Handlungen zu relativieren oder zu befürworten (das wäre wiederum „People Pleasing“ bzw. Selbstverleugnung). Sondern darum, die Dinge zu sehen, wie sie sind, Annahme sich selbst gegenüber zu praktizieren und dann eine Wahl bezüglich der inneren Haltung und des Umgangs zu treffen.

Zum Abschluss – lass los, was geschehen ist. Es ist passiert. Das war’s. Der Schmerz war real. Er wird abklingen.
Sei Dir selbst dankbar, dass Du Dich ihm erfolgreich gestellt hast. Langfristig wird die Angst vor Ablehnung abnehmen, weil Du jetzt weißt: „Ich kann es fühlen“. Sei Dir der Notwendigkeit des Loslassens bewusst und falle nicht immer wieder in die Vergangenheit zurück, indem Du sie gedanklich in die Gegenwart holst. Auch hier hilft uns der Buddhismus sehr: ALLE Phänomene sind vergänglich. Auch dieses. Der Schmerz ist real, doch die Veränderung ist es auch.

Alles Liebe für Dich,
Deine Kristina

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Foto von Danie Franco auf Unsplash

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