Wenn Seelenanteile flüchten | Was Du tun kannst

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Wenn Seelenanteile flüchten | Was Du tun kannst

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Übersicht

Wir sind multidimensionale Wesen und in uns wohnen mehrere Seelenanteile und Aspekte. Sie alle wollen integriert, gelebt und ausgedrückt werden. Wie im Abschnitt Spiegelprozess & Inneres Universum beschrieben, ist eine gesunde, innere Kommunikation mit und zwischen diesen Aspekten für ein integriertes, bewusstes und authentisches Sein ausschlaggebend. Dazu sind wir als Beobachter und Raumgebende eingeladen, uns dieser inneren Seelenanteile & Prozesse bewusst zu werden, sie mutig und liebevoll anzunehmen & zu gestalten. Ein freieres Leben kann dann Einzug halten, wenn wir uns dadurch mehr und mehr in uns selbst zuhause und dadurch in uns frei fühlen können – mit allen unseren Teilen.

Dass dies nicht ganz so einfach ist, möchte ich nachfolgend in einem Erfahrungsbericht aufzeigen. Dieses Beispiel steht stellvertretend für so viele andere. Es ist uns in den seltensten Fällen bewusst, wenn Seelenanteile flüchten. Wie Du dafür sorgen kannst, dass alles, was zu Dir gehört, in Dir ein Zuhause findet, werde ich anschließend in diesem Beitrag für Dich zusammenfassen.  

Erfahrungsbericht | Wenn Seelenanteile flüchten...

Jüngst sprach ich mit einer Klientin, in deren Leben sehr viel los war. Emotional und gedanklich war sie – verständlicherweise – von einem Thema eingenommen, das sie real sehr beschäftigt hielt. Sie hatte im Bereich Kommunikation, Selbstbewusstsein und Klarheit ein immenses Wachstum erlebt. Übereinstimmend stellten wir in der Begleitung fest, dass sie dennoch kaum zur Ruhe kam. Es gab eine Zeit intensiverer Gespräche, die auch durch eine wachsende Unsicherheit ausgelöst wurden. 

Wie es bei uns Menschen oft der Fall ist, war ihr die Unsicherheit zwar bewusst, doch sie erkannte in einer konkreten Situation kaum, dass ihr Denken, Fühlen und Verhalten aus dieser Unsicherheit hervorging. Das Bedürfnis hinter der Unsicherheit war: Ruhe, Sicherheit. Dies versuchte sie durch möglichst viele bedachte Schritte im Außen zu erreichen. Was wiederum mehr Stress erzeugte. Sie musste an alles denken, durfte nichts vergessen usw. 

Irgendwann erhielt ich meinerseits ein gefühltes Bild, wie ich es oft in der Begleitung von Menschen erlebe (siehe Verbale Transformation, Prozesstools). 

In einer ruhigen Minute sah ich einen Teil von ihr auf der Flucht. Weniger in Worten, mehr im Erleben nahm ich wahr, wie dieser Seelenanteil flüchtete – weil er es bei ihr aktuell aufgrund der inneren Situation nicht mehr aushielt. Neben einem Überdruss von all dieser Belastung spürte ich auch das tiefe Bedürfnis nach wahrgenommen werden, willkommen sein und nach Raum, einem Zuhause. Wie ich es immer tue – weil ich persönlich gar nichts weiß und hier auch nicht energetisch übergriffig sein möchte – ging ich einerseits für diesen Anteil ins Gebet, gab im Vertrauen ab und bat auch für mich um Klärung, Hilfe, Heilung, Führung und Reinigung

Erstmalig hörte ich nach diesem Gebet ganz klar: “Sag ihr das!”

Ich war bass erstaunt und musste erstmal tief Luft holen, denn – das war eine Premiere. Nach kurzer Besinnung tat ich genau das. Ich teilte der Klientin mit, was ich auf meiner Seite erlebt hatte und auch berichtete auch von der Aufforderung, sie dies wissen zu lassen. Von allem anderen trat ich zurück, denn ich spürte, dass es darum nicht ging. Ich bat sie auch, selbst noch einmal ins persönliche Gebet zu gehen, um zu prüfen und ihrem Gefühl (nicht meinem) zu folgen. 

Was anschließend geschah, ist für mich bis heute ein kleines Wunder. In unserer Zusammenarbeit bewegte sich etwas sehr Essentielles. Der Blick der Klientin richtete sich zu 100% von außen nach innen. Es war, als würde ein Verstehen auf einer neuen Ebene Einzug halten, das schwer in Worte zu fassen ist. Mein Eindruck war, dass sie bewusst fühlte, wie wenig Raum & Ruhe sie in all der Zeit für sich und ihre inneren Seelenanteile gehabt hatte. Ihr war zwar bewusst gewesen, dass sie wenig Zeit und viel Druck hatte. Doch ihr war nicht bewusst gewesen, dass etwas in ihr durch den Stress und die Härte, die sie im Außen demonstrieren musste, so sehr litt, dass es flüchten musste. 

Es war unglaublich berührend zu sehen, wie eine sanfte Friedfertigkeit bei ihr einzog. Sie schaffte Raum in ihrem inneren Universum, indem sie sich Zeit nahm. Nicht einfach nur leere Zeit, sondern bewusst für die Bedürfnisse dieses Seelenanteils. Dadurch öffnete sie innerlich wieder einen Raum für ihn, der zuvor mit anderen Dingen belegt gewesen war. Die Klientin konnte nach meiner Öffnung ihr gegenüber klar sagen: “Ich möchte nicht, dass sich irgendetwas in mir nicht zuhause fühlt!” (Ein Self-Commitment!)
Sie realisierte eine liebevolle Fürsorge, indem sie sich nährte & Dinge tat und sich mit Menschen umgab, die ihr Leichtigkeit, Lebensfreude und Verbundenheit schenkten. Auch lauschte sie nach innen. Eine entscheidende, für mich sehr bewegende und sichtbare Wendung trat auch in der Begleitung ein: Sie spürte nun eine Sicherheit, die aus dieser inneren Rückanbindung mit sich selbst resultierte (meine Interpretation). Etwas zuvor Unbewusstes war bewusst geworden und – sie hatte eine Entscheidung für sich selbst getroffen. Ich durfte miterleben, wie aus dieser Zuwendung zu diesem Seelenanteil spürbar mehr Frieden, Liebe, Sanftheit, Ruhe & Sicherheit aus ihr heraus entstanden. Das veränderte so vieles. 

Die zuvor erlebte Unsicherheit wurde schwächer, viel schwächer. Diese Integration bewirkte, dass sie in sich geschlossener und mit sich verbundener war. So konnte sie mit viel mehr Gelassenheit den immer noch bestehenden Herausforderungen im Außen begegnen – sie strahlte viel mehr Ruhe und Sicherheit aus.

Für mich war das eine meiner bewegendsten Erfahrungen meiner bisherigen Laufbahn. 

Leben und Alltag sind für viele von uns belastend und laufen auf hoher Drehzahl. Das Beispiel dieser Klientin zeigt, dass wir unter diesen Vorzeichen oft unbewusst in die falsche Richtung zielen. Wir versuchen, etwas im Außen zu erreichen (z.B. Ruhe, Sicherheit), indem wir alles beachten oder nichts vergessen wollen. Doch diese Handlungen entstammen der Angst und erhöhen den Druck. Wir werden unsensibler für Vorgänge in uns, neigen dazu, etwas in uns zu überhören. In diesem Fall jenen Seelenanteil, der sich nach liebevoller Zuwendung, viel “Herz” und Raum sehnte und dafür das Geschenk des inneren Gleichgewichts ins innere Universum brachte: Ruhe, Vertrauen und Sicherheit

Wenn Seelenanteile flüchten, bekommen wir das selten mit. Doch etwas in uns ist dann “unausgefüllt”. Leere Räume, die manche Menschen mit Drogen, Zerstreuungen aller Art, Konzepten, Ideen oder harten Ansprüchen an sich selbst zu füllen versuchen. 

Wir dürfen immer wieder bewusst in eine innere Verbindung mit uns und unseren Anteilen gehen. Wir dürfen immer wieder die Ruhe und Aufrichtigkeit finden, ehrlich mit uns zu sein und hinzuspüren. Indem wir dem Raum geben, was momentan keinen Raum hat. 

Nachfolgend habe ich einige Punkte zusammengetragen, wie du durch Annahme & Raum geben mehr Integration möglich machen, Deinen Seelenanteilen ein Zuhause in Dir anbieten kannst.

Seelenanteile Integrieren | Was Du tun kannst

Ausgangspunkt | Aspekte & Seelenanteile

Wir Menschen entwickeln im Laufe des Lebens ein festes Bild davon, wer wir sind (= Selbstbild). Dieses Selbstbild ist nicht ein-, sondern mehrdimensional. Wir sehen unser Ich in verschiedenen Lebensbereichen: Der sanftmütige Liebhaber, die fürsorgliche Partnerin, der abenteuerlustige Forscher, die umsorgende Mutter, der verlässliche Kollege usw.
Viele dieser Attribute entstehen aufgrund von gut integrierten Seelenanteile, entsprechen also wirklich dem, wer wir sind. Mit jedem dieser Attribute verbinden wir eine Vorstellung von uns selbst. Davon, wie wir in diesen jeweiligen Situationen denken, fühlen, handeln, was uns antreibt (= Motive) und wer wir sind. Unser mehrdimensionales Selbstbild hilft uns oft! Wir wissen dann, wer wir sind, was wir können & wollen, was uns gut tut oder schadet. Es hilft uns also, gibt Richtung, unser Leben aktiv zu gestalten und für uns zu sorgen.

Doch es gibt auch jene Aspekte, die nicht gut integriert sind. Das können Seelenanteile sein, die vielleicht von Kindheit an kaum Raum hatten, nicht beachtet wurden oder mit einem Tabu belegt wurden (“Das macht man nicht, so ist man nicht!”). In unserem inneren Universum konnten diese Aspekte sich weniger gut integrieren. Beispielsweise wenn ein sehr kindlichersensibler und verletzlicher Anteil auf harte Regeln und Vorstellungen stieß und deshalb immer leiser wurde. Dann ist die primäre innere Beziehung zu diesem Anteil schwach. Während wir heranwachsen, etablieren wir innerlich einen Workaround um diesen Seelenanteil. Einen Weg, der “funktioniert”. Für das obige Beispiel könnte dieser Mensch besonders hart gegenüber sich selbst und anderen werden, Kraftausdrücke verwenden und alles Weiche, Zärtliche ins Lächerliche ziehen (abwerten). Oder genau umgekehrt – im späteren Leben enorm viel Fürsorge von anderen für diesen Anteil einfordern, erwarten, dass diese sich um ihn kümmern
Der Workaround kann zur Folge haben, dass wir nie lernen, diesem Seelenanteil zuzuhören und uns selbst um ihn zu kümmern. Es kann passieren, dass die primär erlebten Gefühle dieses Anteils gar nicht mehr gefühlt, initiale Gedanken nicht mehr gedacht werden, sondern direkt eingekanzelt und durch sekundäre Gedanken und Gefühle ersetzt werden. Anstatt Angst wird dann Wut erlebt, weil man es sich im Laufe der Zeit antrainiert hat auf die eigene Angst wütend zu sein. Dass dabei tatsächlich primär eine Angst ist, wird oft gar nicht mehr wahrgenommen. Desintegration bedeutet genau das: Dass wir einen Anteil in uns kaum bis nicht mehr wahrnehmen. Und so erlernen wir keinen Umgang mit den Bedürfnissen, Gefühlen, Gedanken und Motiven, die dieser Anteil in uns hat. 

Wenn Seelenanteile keine Berücksichtigung & Beachtung erfahren kann es geschehen, dass sie sich flüchten – während wir im Außen am Rudern und Kämpfen sind. Vor allem dann, wenn ein automatisierter Workaround einen Seelenanteil ausschließt.  

Der innere Workaround um diesen Seelenanteil herum verstärkt deshalb die Desintegration oft noch. Was bleibt ist ein Seelenanteil, der eine Sehnsucht nach Heimkehr & Dazugehören hat, während das bewusste Ich vor jenem Anteil immer mehr Angst entwickelt, denn: Man weiß ja nicht, wie man damit umgehen soll. Und: So ist man ja auch nicht, möchte man nicht sein. 

Gerade in Belastungssituationen neigen wir dazu, solche Motive, Gedanken, Gefühle und Handlungen auszublenden, die nicht unserem Selbstbild entsprechen. Denn Stress-Situationen erfordern oft all unsere Energie & beschleunigen unser Tempo. In Belastungssituationen gehen wir noch leichter über dieses leise Wispern eines desintegrierten Seelenanteils hinweg. 

In diesem Beitrag gebe ich generelle Empfehlungen dafür, was getan werden kann, um die Räume für Dich selbst in all Deiner Vielfalt (wieder) zu öffnen. Jeder Mensch ist einzigartig und so auch dessen inneres Universum. Daher muss an dieser Stelle das enden, was allgemein gesagt werden kann. Die Geschichten, die wir uns vielleicht über unsere Seelenanteile erzählen, sind oft der Versuch einer Rationalisierung, was erneut eine Distanzierung vom Erleben bedeutet. 

Aus meiner Sicht bedarf die konkrete Begleitung in diesem Bereich einer achtsamen, würdevollen und vertrauenswürdigen Haltung. An dieser Stelle möchte ich deshalb gerne auf Heidi Michaela Debatin verweisen, die hier seit Jahren mein Vertrauen hat.   

Ebene 1 | Ruhe finden

Was trivial klingen mag, ist manchmal nicht so einfach. Mit dieser Ruhe ist nicht etwa das Lesen eines Buches gemeint, sondern die Herstellung eines Raumes, in dem Stille ist. Diese Stille kann man kaum durch “nicht denken” erreichen. Das funktioniert – auch gemäß des Buddhismus – nicht.
Stille im Kopf kann eintreten, wenn wir ein Bild zur Hilfe nehmen: Sehen wir den Verstand wie eine Popcornmaschine, die entstehenden Gedanken und Phänomene als Popcorn, das vom Verstand produziert wird. Dann können wir als Betrachter dieses Bildes mehr und mehr lernen, beim Anblick dieser Kreationen still zu werden. Denn unabhängig davon, ob wir die Kreationen beachten oder nicht – sie werden weiter produziert. 

Ruhe finden bedeutet also: In der Unruhe durch reine Betrachtung Ruhe finden lernen. 

Du kannst diese Ruhe innerlich mit der klaren Absicht verknüpfen, allem was in Dir noch unerhört oder unentdeckt ist, Raum zu geben. Falls es einen konkreten Seelenanteil gibt, von dem Du weißt, kannst Du auch Kontakt aufnehmen: “Ich gehe jetzt in die Stille, weil Du mir wichtig bist…”

Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass ein ehrlich gemeintes Commitment spürbar ankommt. Für diesen Seelenanteil ist es dann so, wie wenn Du Dir für jemand anderen ganz gezielt Zeit nimmst und für ihn oder sie still wirst.  

Ebene 2 | Absicht erklären

Wie im Fall der Frau, die ich begleitete, begann alles mit ihrer Absicht. Sie wollte nicht, dass sich in ihr etwas so unwohl fühlte. Mit anderen Worten: Sie gab ihrem Seelenanteil ein “Ja”. Diese Absicht ist eine Einladung. Und letztlich alles, was Du von Deiner Seite aus tun kannst. Denn es kann sein, dass manche Aspekte Zeit brauchen, der Heilung bedürfen oder Vertrauen fassen müssen. Achte bei Deiner Absicht darauf, dass sie ohne Druck und ohne Zwang erfolgt. Denn sehr oft haben unsere nicht integrierten Anteile genau das erfahren: Druck und Zwang. Versuche immer wieder, zur Ruhe zu finden (Ebene 1) und frage Dich immer wieder, ob Du bereit bist, das zu Dir einzuladen, was zu Dir gehört (Ebene 2, Absicht).  

Ebene 3 | Raum gebendes Handeln

Wenn unsere Vorstellungen starr sind, wie etwas zu sein hat oder wir zu sein haben, kann das darauf hindeuten, dass wir diese Vorstellungen so stark haben werden lassen, um etwas anderes zu überlagern, dass wir dann immer weniger hören oder wahrnehmen (können/wollen). Vor allem in desintegrierten Bereichen, in denen wir unsicher sind, haben wir uns oft besonders strenge Ansichten und Ansprüche antrainiert.
Lange Zeit war ich sehr hart und unnachgiebig mir selbst gegenüber, wenn es um meine Zuverlässigkeit und Leistung ging. Ich hatte sehr hohe Ansprüche, die ich anderen gegenüber “verteidigte” (Hinweis auf einen Kampf). Diese Ansprüche waren so laut, dass ich einen abenteuerlustigen, spielerischen und genießenden Teil in mir immer weniger hörte und auch nicht gelten ließ. Der wollte einfach ans Meer. 

Raum gebendes Handeln meint in diesem Fall – einfach ans Meer zu fahren. Raum zu geben für Bedürfnisse. Ihnen und damit diesem Anteil einen Platz im Leben zu geben. Und zwar ohne zu fragen: “Wozu?”. Denn unsere Anteile sprechen oft andere Sprachen, besitzen eine andere Logik und nähren sich von Dingen, die wir mit der “normalen” Logik nicht verstehen. In meinem Fall war es: Einfach den Wind in die Nase zu halten und den Wellen zu lauschen. Sich mit dem Rhythmus von Mutter Erde, dem ewigen Kommen & Gehen zu verbinden. 

Raum gebendes Handeln bedeutet, Automatismen zu erkennen & zu unterbrechen. Raum zu geben für das, was an Impulsen kommt. Hierin liegt die Verkörperung der Absicht (Ebene 2).
Wenn Du selbst eine Ahnung von den Sehnsüchten, Bedürfnissen eines bestimmten Anteils hast, gehe dem nach. Handle entsprechend. Dazu musst Du nicht Dein gesamtes Leben umkrempeln und in Extreme verfallen. Sondern dem, was da ist und gelebt werden will, einfach Raum geben. Und den Impulsen, die vielleicht anfangs noch sehr leise sind, durch Deinen Taten zu verstehen geben, dass Du hinhören möchtest (wiederum ein Commitment). 

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Ebene 4 | Kontakt aufnehmen & halten

Der innere Kontakt beruht mehr auf dem Hinhören und Fühlen, als auf konkreten Worten. Es macht beispielsweise keinen Sinn, wenn Du ein Commitment aussprichst, aber eigentlich genervt von den Bedürfnissen und Gefühlen dieses Anteils bist. Wenn Gefühl und Worte übereinstimmen, sprich sie nach innen aus. Sei hier achtsam, wie wenn Du mit einem guten Freund sprechen würdest, den Du nicht verletzen magst.

In Zeiten der Überforderung, wenn es Dir nicht so gut gelingt, diesen Anteil mit seinen Bedürfnissen einzubeziehen, sprich auch Deine Überforderung aus und – dass es Dir leid tut, dass es gerade nicht so geht, wie Du möchtest. Dass Du ihn nach wie vor bei Dir haben möchtest, froh bist, dass er da ist und ihn nicht vergessen hast. Wir sind alle Menschen und versuchen das, so gut es geht. 

Es sind auch Rituale möglich, feste Zeiten der Kontaktaufnahme, die z.B. vor der Arbeit stattfinden können. Hier kann kommuniziert werden, dass Du immer wahrnehmen magst, auch wenn ein Raum gebendes Handeln erst einmal nicht möglich sein wird. Du kannst nach innen kommunizieren, dass Du Dir Zeit nimmst, sobald es möglich ist und (wichtig!) – es dann auch tun (Ebene 3). 

Wenn es um Entscheidungen geht, was nun für Dich Sinn macht und gut ist, beziehe diesen Aspekt gerne mit ein: “Mir ist wichtig, dass du an Bord bist – was meinst du?”.
Lausche und spüre und gehe immer wieder ganz bewusst in die Kontaktaufnahme. Es kann sein, dass Du so mit der Zeit diesen Anteil immer besser spüren wirst. 

Unsere Seelenanteile wünschen sich auch, dazuzugehören, gesehen und wahrgenommen zu werden. Und sie dürfen ihren Platz im inneren Universum nach und nach finden. Das sind Prozesse.
Falls ein Anteil sehr dominant sein sollte, vergiss bitte nicht: Es muss auch für Dich in Deinem Alltag funktionieren, in Deinem Tempo. Liebevolle, innere Grenzen zu kommunizieren kann hilfreich sein: “Ich sehe Dich und nehme Dich wahr, jetzt im Moment ist es leider nicht möglich und ich bitte Dich, beizutragen, indem Du mir jetzt die Zeit gibst, die es braucht.”
Nach meiner Erfahrung nimmt das den Druck und stellt Verbundenheit her – wie auch bei uns Menschen, wenn wir uns verstanden und wahrgenommen fühlen. Falls energetisch etwas “hakt”, kann das auch andere Gründe haben. 

Erneut möchte ich an der Stelle bei Wunsch nach Begleitung auf meine Vertrauensperson Heidi Michaela Debatin hinweisen.

Ebene 5 | Behutsame Integration im Miteinander

Die Integration von Seelenanteilen geschieht erst einmal in Dir. Das bedeutet, dass Du damit nicht direkt nach außen gehen musst. Du darfst Dir und Deinem Anteil Zeit lassen, dass er erst einmal in Dir einen festen Platz findet. Aus meiner Erfahrung finden Seelenanteile, die immer mehr in Dir integriert sind, ganz automatisch ihren Weg ins Miteinander mit anderen Menschen.
Setze Dich also bitte nicht unter Druck, lasse Dir Zeit, vertraue dem Prozess und halte den Kontakt nach innen. 

Beispielsweise kann es für einen bisher nicht integrierten Seelenanteil, der “genug hat” und “auch wichtig” sein möchte, anfangs noch zu viel sein, das direkt im Außen zu demonstrieren. Und es könnte auch Dein ganzes System tatsächlich überfordern.
Spüre das Bedürfnis, den Impuls, nimm Du ihn wahr und heiße ihn willkommen, sei diesem Anteil dankbar, dass er Dich dies erkennen lässt, aber: Sei geduldig und verständnisvoll, wenn es nicht direkt im Außen zu einer Abgrenzung kommt.
Baue eine Beziehung zu diesem Anteil auf und irgendwann – wenn es so weit ist, wird er auf eine zu Dir passende Weise auch im Außen seinen Platz finden. 

Ich glaube nicht an Seelenanteile...

Es ist nach meinem Dafürhalten gar nicht so sehr entscheidend, ob man an Seelenanteile glaubt. Psychologen sprechen von Aspekten oder Persönlichkeitsanteilen. Die hier deutlich werdende Haltung gegenüber sich selbst, gilt unabhängig vom Begriff. Unsere inneren Facetten können mehr oder weniger gut miteinander verbunden und integriert sein. Und wir können einen mehr oder weniger guten Zugang zu ihnen haben. Die besprochenen Punkte sind aus meiner Sicht für jede Form der inneren Beziehungsarbeit hilfreich & wichtig.  

Besonderes Augenmerk: Wenn wir etwas nicht sein wollen, oder uns in anderen etwas begegnet, das wir innbrünstig ablehnen oder verurteilen, kann das darauf hindeuten, dass wir hier innerlich etwas nicht zulassen. Dass es in uns etwas Unverbundenes gibt. Denn wir reagieren oft auf genau jene Dinge, die bei uns im Schatten liegen.
Anstatt andere oder uns selbst anzugreifen oder zu kritisieren, können wir hier einen U-Turn machen und neugierig fragen: “Wie kann ich damit in Frieden kommen, dass dies in mir/ anderen gerade präsent ist?” – und ihm dann ein “Ja” geben – einfach, weil es da ist. 

Alleine dadurch geben wir Frieden & Verbundenheit mehr Raum – in und zwischen uns allen. 

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Foto von Noah Silliman auf Unsplash

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