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In 10 Schritten aus der empathischen Reizüberflutung

In 10 Schritten aus der empathischen Reizüberflutung


A. Erläuterndes Vorwort

Sei es nach einer Trennung, innerhalb einer Beziehung oder einfach im Alltag: Empathische Menschen werden oft von Eindrücken überflutet. In der Überstimulation gelingt es kaum, einen wirklichen Überblick über Gefühle oder die Situation zu bekommen. Empathen stehen unter Stress, innerer Anspannung, bekommen körperliche Beschwerden. Diese Reizüberflutung gleicht manchmal einem Kontrollverlust, weil die sonst normal ablaufenden Prozesse einfach nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen. Das kann Angst machen. Wenn man nicht weiß, was da eigentlich mit einem passiert. Und wenn man keine Ahnung hat, was man diesbezüglich tun kann. Gefühle aus der aktuellen Situation vermischen sich mit alten Verletzungen und wahrgenommenen Fremdgefühlen. Dieser Gefühlsbrei macht es nahezu unmöglich, einen situativen Überblick zu bekommen. Dieser ist aber Voraussetzung für klare Entscheidungen.

Dieser Artikel soll Dir beim ersten wichtigen Schritt helfen: Herauszutreten aus der Daueraktivierung! Aus dem Ausnahmezustand. Bevor Du differenzieren kannst, was Dein Anteil und der des anderen ist, gilt es erst einmal die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Bei Dir anzukommen. Gefühle und Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Empathische Menschen fühlen sich aufgrund anhaltender Reizüberflutung oft gezwungen, im Zustand dieser Aktivierung einen Überblick zu gewinnen oder klare Entscheidungen zu treffen. Das funktioniert ebenso wenig, wie wenn Du ein Kreuzworträtsel zu lösen versuchst, während Du  panisch vor einem Mann mit einem Messer davonläufst. Weshalb nicht, erkläre ich Dir in den folgenden Abschnitten – bevor ich zu den 10 Schritten zur empathischen Selbstregulation komme.


B. Der überlebenswichtige Ausnahmezustand
1. Grundlagen

Jedesmal wenn Dein Kopf etwas als bedrohlich oder herausfordernd deklariert, startet Dein biologisches Überlebensprogramm (Stressreaktion). Stell Dir vor, Deine Tür geht auf und ein Tiger läuft auf Dich zu. Du wirst nicht denken, sondern unmittelbar und intuitiv reagieren. Dein Körper wird Adrenalin freisetzen, Dein Puls erhöht sich, Deine Atmung beschleunigt sich, Deine Muskeln spannen sich an, Deine Pupillen werden weit. Vielleicht erlebst Du Schwindel oder Übelkeit. Vielleicht wirst Du blass. Das ist ein normaler Mechanismus, den man als fight or flight-Syndrom (Kampf oder Flucht) bezeichnet. Dein Körper bereitet sich für lebensrettende Sofortmaßnahmen vor. Um Dich wunderbaren Menschen in Sicherheit zu bringen. Biologisch gesehen bist Du im Stress! In dieser Phase ist Dein Denken und Wahrnehmen auf mögliche Gefahrenreize ausgerichtet. Du siehst das bedrohliche und negative Potential in allem. Um Dich vor Schaden zu bewahren. Klingt logisch? Das ist es auch! Das Programm war und ist sehr, sehr hilfreich. Wichtiger Punkt: Es führt zu einer Verzerrung Deiner Wahrnehmung. Du bewertest vieles erst einmal als bedrohlich – denn sicher ist sicher!

2. Überblick im Ausnahmezustand?

Im Ausnahmezustand nimmst Du also vieles negativ oder bedrohlich wahr. Die Wahrnehmung (und Bewertung) eines Umstands als bedrohlich, aktiviert Dein System. Dein Herz schlägt schneller, Du erlebst innere Unruhe, Deine Gedanken rasen durch Deinen Kopf. Dein System ist der Meinung, dass es wachsam bleiben muss (ein möglicher Grund für Schlafstörungen). Deine Nebenniere schüttet munter Adrenalin aus. Wenn das lange anhält, schaltet Dein System auf Cortisol um. Aus dem Ausnahmezustand wird ein Dauerausnahmezustand. Cortisol sorgt dafür, dass Dein Blutdruck konstant hoch ist, Dein Blutzucker erhöht (hoher Energieverbrauch = Stressesser oder Gewichtsabnahme), Dein Immunsystem unterdrückt, Deine Wundheilung verlangsamt wird u.v.m. Zahlreiche körperliche Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit Langzeitstress – das ist seit langem wissenschaftlich bewiesen.

Wie hoch schätzt Du nun in diesem Zustand die Wahrscheinlichkeit ein, dass Du einen neutralen Überblick gewinnen kannst? Wie gut wird es Dir gelingen, Dich in dieser Verwirrung selbst zu verstehen? Oder zu differenzieren zwischen meins und deins? Während Du innerlich anhaltend auf der Flucht bist. Vielleicht verstehst Du jetzt: Das ist nicht die Zeit für Analysen! Das ist die Zeit, um Dein System wieder herunterzufahren. Die Analysen kommen später. Deine Antennen sind immer noch auf Empfang – für vermeintliche Bedrohungen. Nach außen gerichtet. Dein System ist überaktiviert. Und gerade der Empath ist davon besonders betroffen, da er ohnehin alles intensiver wahrnimmt!
Um einen Überblick bekommen zu können (meins vs. deins), benötigst Du einen klaren Kopf, Ruhe und den Blick nach innen. D.h. Du musst einen Weg in die körperliche und geistige Ruhe finden – aus dem Ausnahmezustand heraus. Deine Antennen einfahren lernen.

 

C. 10 Schritte aus der empathischen Reizüberflutung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um aus dem Ausnahmezustand auszusteigen. Vielleicht mag Dir Sport z.B. trivial erscheinen – aber das ist es nicht. Empathische Menschen unterliegen den gleichen biologischen Gesetzen, wie andere Menschen auch. Nur dass ihr System durch ihre Feinfühligkeit und oft fehlende äußere Grenzen leichter aktiviert werden kann. Die nachfolgenden Strategien sind sicher für jeden Menschen hilfreich. Und ja – Du als empathischer Mensch hast die Lernaufgabe zwischen meins und deins unterscheiden zu lernen. Aber das funktioniert erst, wenn Du die dafür notwendigen Bedingungen geschaffen hast. Wenn Dein System runtergefahren ist. Genau deswegen ist es wichtig, dass Du versuchst, die nachfolgenden Schritte umzusetzen. Um den Ausnahmezustand allmählich zu beenden. Ein Schritt nach dem anderen!

1. Sportliche Betätigung/Bewegung

Wenn Du Dich bewegst, kommt Dein Kreislauf in Schwung. Deine Muskeln nutzen die bereitgestellte Energie des aktivierten Systems und bauen sie durch Bewegung/Arbeit ab. Sie machen genau das, wozu die Aktivierung ursprünglich gedacht war (fight or flight). Du läufst (oder schwimmst oder trainierst) Deine Anspannung und Deine Stresshormone aus dem Körper heraus. Die Anregung Deines Kreislaufs erhöht den Metabolismus und so schwemmst Du das raus, was Du nicht mehr brauchst.

2. Atmung

Achte auf Deine Atmung. Die Wissenschaft streitet sich momentan noch darüber, ob ein Absinken oder Ansteigen des Kohlendioxids im Blut panikartige Zustände begünstigt. Worin sich alle einig sind: Hyperventilation, d.h. zu schnelle, flache Atmung verändert den CO2-Spiegel im Blut und darüber das Säure-Basen-Milieu im Körper. Diese Veränderungen sind für Deinen Körper ein weiteres Alarmsignal. Er reagiert mit einer Zunahme an muskulärer Spannung und erneuter Einleitung des Ausnahmezustands.
Gut daran ist: Du kannst darauf Einfluss nehmen! Versuche, bewusst lang und tief zu atmen. Die tiefe Bauchatmung ist im Grunde unsere natürliche Atmung. Atme so tief ein uns aus, wie Du kannst – so dass es noch angenehm ist. Achte während des Tages immer wieder auf Deine Atmung. Wenn Du flach und nur in den Brustkorb atmest, versuche es bewusst zu korrigieren. Es gibt mittlerweile eine kostenlose „Atem-App“, die Du installieren kannst, um zu üben. Mir genügt es, wenn ich das selbst 3 min. bewusst mache. Der Körper ist ein Wunder – denn, wenn Du das tiefe Atmen regelmäßig übst, dann wird es Dir mehr und mehr zur Gewohnheit werden. So schaffst Du günstige biologische Voraussetzungen für Entspannung.
Ich mag diese Übung deswegen so sehr, weil sie zwei Dinge kombiniert: Du lenkst Deine Aufmerksamkeit bewusst auf einen in Dir stattfindenden Prozess (weg vom Außen) und gibst Dir gleichzeitig ein biologisches Signal von Entspannung. Versuche es jetzt! Nimm Dir 3 Minuten Zeit und eine Uhr. Atme ganz tief ein und aus. Beobachte Deinen Atem. Wie tief geht er? Wo ist der Punkt, an dem er die Richtung wechselt (vom Ein- zum Ausatmen)?
Diese Übung ist überall einsetzbar – auch auf der Toilette bei Freunden oder an der Arbeit. Du brauchst keine komplizierten Geräte (außer Deinen Körper ;-)) und nur 3 Minuten Zeit. Und die hat jeder! Du wirst sehen, wie effektiv diese Übung ist. Ich setze sie jeden Tag ein und möchte sie nicht mehr missen.

3. Was ist gerade bedrohlich? Ein Blick auf Deine Gedanken

Kennst Du das? u liegst im Bett, um Dich herum Stille. Eigentlich ist alles ok. Dein Körper aber ist voller Unruhe, in Deinem Kopf geht es rund. Wenn Du im Ausnahmezustand bist, interpretiert Dein Gehirn viele Dinge als bedrohlich. Auch Vergangenes, das gar keine Bedrohung mehr darstellt. Alleine der Gedanke genügt!
Auch ein Gedanke kann ein Tiger sein! Dein Gehirn unterscheidet auf dieser Ebene nicht zwischen Realität und Gedanken. Wenn Du einen traurigen Film im Fernsehen siehst, empfindest Du Trauer. Obwohl in Deinem Leben vielleicht gerade kein Grund zur Trauer besteht. Deine Gedanken sind so ein Film – im Kopf. Sie sind eine mentale Projektion. Wenn Du Dir dessen nicht bewusst bist, nimmst Du Deine Gedanken für bare Münze. Bist dadurch mit ihnen identifiziert.
Du denkst an Deinen Ex oder den letzten Konflikt in der Familie – zack, Du bist drin. Für Dein Gehirn ist das fast so, als hättest Du jetzt einen Konflikt. Dein Körper empfängt eben die biochemische Information, die mit diesem Ereignis verknüpft ist. Stress. Wenn Du alten oder künftigen Ereignissen sorgenvoll nachhängst, verpasst Du Dir unbewusst eine Stressinjektion nach der anderen. Du buchst ein Zimmer im Dauerausnahmezustands-Hotel.
Gedanken können physiologische Prozesse beeinflussen. Durch negative Gedanken können ebenfalls Stresshormone freigesetzt werden. In meinem Artikel “Gedanken werden Realität – Detox your mind!” habe ich ein Experiment beschrieben, mit dem Du diesen Effekt selbst an Dir testen kannst.
Was kannst Du nun mit Deinen Gedanken tun? Differenziere und distanziere Dich.
Schau Dir an, ob gerade jetzt etwas wirklich bedrohlich ist. Ist es die Aussicht oder Erinnerung an etwas. Oder gibt es konkret etwas, dass Dir jetzt schaden könnte? Außer Deinen Gedanken? Haben Deine Gedanken einen Handlungsauftrag für Dich? Z.B. denke ich manchmal beim Einschlafen Sachen wie „ich muss meine KfZ-Versicherung noch überweisen!“. Wenn ich das nicht aufschreibe, werde ich nicht oder schlechter einschlafen – weil es noch etwas zu erledigen gibt. Wenn es für Dich sinnvoll wäre, Dir Notizen zu machen, um wichtige Impulse oder Gedanken nicht zu verlieren – dann tu das. Und dann – lass es los.
Gibt es für Dich im Hinblick auf diese Gedanken momentan etwas zu tun? Lautet die Antwort nein – und das wird sie in den meisten Fällen – dann darfst Du Dich Dir selbst liebevoll zuwenden und sagen: „Das bekommen wir dann schon irgendwie hin. Jetzt gibt es nichts zu tun. Also darf ich jetzt etwas tun, damit es mir jetzt erst einmal besser geht“. Verschiebe das Thema. Wenn Gedanken auftauchen, teile ihnen mit, dass sie da sein dürfen, dass Du Dich aber nicht jetzt mit ihnen beschäftigen wirst. Lasse sie da sein, ohne mit ihnen identifiziert zu sein. Wichtiger Hinweis: Verdrängung funktioniert nicht. Denke bitte einmal für 10 Sekunden nicht an einen rosaroten Elefanten…woran hast Du gedacht? Alles woran Du nicht denken darfst, daran denkst Du bereits automatisch.

4. Konkreter Umgang mit Gedanken und Gefühlen

Schaue Dir alles in Dir an, wie einen Film auf einer Leinwand. Denn im Grunde sind Deine Gedanken nichts anderes: Projektionen Deines Geistes. Elektrische Impulse in Deinem Gehirn. Benenne Gedanken als Gedanken, Gefühle als Gefühle, Bewertungen als Bewertungen und beobachte sie einfach. Das ist das Prinzip der Achtsamkeit. Du wirst zum Beobachter dessen, was in Dir vorgeht. Als Beobachter löst Du Dich von der Verbindung mit den Gedanken. Du verlässt die Bühne, spielst nicht mehr mit in diesem Stück. Du nimmst Platz in Deinem eigenen Kopfkino und schaust auf die Bühne.
Du zeigst aus der Entfernung auf den Gedanken und sagst: „Da ist ein Gedanke“, „da ist das Gefühl von Angst“, „da nehme ich einen schnellen Herzschlag wahr“. Mehr muss nicht sein. Es gibt sonst nichts für Dich zu tun. Dadurch akzeptierst Du Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle (schiebst sie nicht weg, weil sie das nur stärker macht). Du benennst sie als solche und trittst dadurch einen Schritt zurück. Du löst die Identifikation.
Dieser Prozess erfordert Übung. Hab also Geduld mit Dir und versuche einfach immer mehr zum Beobachter zu werden. Wenn es Dir nicht gelingt, ist das nicht schlimm. Registriere es einfach und mach einen neuen Versuch. Sei nachsichtig und liebevoll Dir gegenüber – nicht hart und bewertend.
Um es Dir ein wenig leichter zu machen, schenke ich Dir zwei Achtsamkeitsübungen im Audio-Format zum Download, mit denen Du das für Dich üben kannst:

Achtsamer Umgang mit Zweifeln und Ängsten
Achtsamer Umgang mit Gedanken

Durch diese beiden Übungen erhältst Du einen Eindruck davon, wie man mit Gedanken und Gefühlen akzeptierend umgehen kann, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Wenn Du diese Art und Weise des Umgangs mit Deinen Empfindungen einstudierst, wirst Du bemerken, dass sie an subjektiver Bedrohlichkeit verlieren. Du gestaltest aktiv, wie Du damit umgehen möchtest.
Die erste Übung sollte nicht direkt vor dem Einschlafen durchgeführt werden, weil es hier um Akzeptanz von Angst und Zweifeln geht. Hier stellst Du Dich den Gefühlen und wirst von meiner Stimme durchbegleitet. Das kann anstrengend und auch aktivierend sein.

Was Deine Gefühle angeht: Lebe und erlebe sie! Lass alles zu und raus! Spüre in Dich hinein. Wo zieht es, wo drückt es? Bleibe dort. Schaue genau da hin. Versuch nicht, es zu verändern. Du musst nichts tun. Nur wenn Du Dich spürst, Deine Bedürftigkeit, Verwirrung und Deinen Kummer – dann verarbeitest Du auch. Das braucht Zeit. Achte auf Deine Gefühle. Versuche auch zu erkennen, wenn Du ein Gefühl nicht spüren möchtest – das ist besonders aufschlussreich. Denn hier erkennst Du, was Du zutiefst fürchtest. Wer Du nicht sein willst. Deine eigene Bedürftigkeit, Deine Verletzlichkeit. Vielleicht Deine Eifersucht? Das alles ist vollkommen ok! Lieber Empath – auch Du fühlst sowas, ja. Du bist ein normaler Mensch. Und das ist vollkommen ok! Umarme Dich in Deiner Imperfektion. Vertraue darauf, dass Du diese Gefühle überleben wirst. Sie wollen aus Dir heraus. Weine, schluchze, schreie. Und lerne, Dich in diesen Gefühlen zu halten. Dich selbst zu trösten. Wie eine Mutter es bei ihrem Kind täte. Verständnis für Dich zu haben. Achte aber auch immer auf Deine Grenzen. Wenn es Dir zu viel wird. Es ist ein Prozess. Er dauert. Sei liebevoll mit Dir.

5. Jetzt bei Dir ankommen – die Antennen einfahren

Verbinde Dich mit dem gegenwärtigen Moment. Gedanken über morgen, gestern oder was evtl. passieren könnte bedrohen Dich jetzt nicht wirklich. Weil es nur Gedanken sind. Mach Dir das klar. Stelle Dir drei Fragen:

1. Wo bin ich gerade? – In Deinem Zimmer, Deiner Wohnung, Deinem Bett
2. Zu welchem Zeitpunkt bin ich dort, wo ich bin? – Du bist immer jetzt
3. Wozu bist Du hier? – Um zu schlafen, zu essen, zu arbeiten…(Deine Intention)

Sonst nichts. Alles andere ist nur in Deinem Kopf. Ist nur die Sprache Deines aktivierten Systems. Deine negative Wahrnehmung. Es gibt keine Handlungsaufforderung! Erkenne das!
Du bist jetzt, hier und das aus einem Grund, der nur mit Dir zu tun hat. Du hast entschieden, jetzt hier zu sein. Blende alles andere aus. Es ist jetzt nicht wichtig.
Du kannst diesen Schritt auch ganz wunderbar mit Deiner Atmung verbinden (b.). Atme ein und aus. Und beobachte nur Deine Atmung – lass den Kinofilm im Kopf weiterlaufen, schiebe ihn nicht weg – verlagere nur Deinen Fokus – hin zu Deiner Atmung jetzt.
Wenn Du möchtest, kannst Du es mit einem Bild kombinieren. Stelle Dir eine große, mit Licht gefüllt Blase um Dich herum vor. Eine Schutzbarriere zwischen Dir und der Außenwelt, in der Du sicher und geborgen bist. Jetzt. Stelle Dir vor, wie Du Deine Antennen von außen einfährst. Nach innen richtest. Nach außen ist diese Blase verspiegelt. Alles, was von außen auf Deine Blase trifft, prallt direkt an ihr ab. In dieser Blase kannst Du Dich geschützt und sicher fühlen und jetzt bei Dir ankommen. Es ist Deine Gegenwartsblase.

6. Darfst Du Dich schützen? Was denkst Du?

V.a. empathische Menschen haben häufig das Gefühl, für andere zuständig zu sein (siehe auch “15 wertvolle Impulse für Empathen”). Manchmal empfinden sie keine festen Grenzen zwischen sich und den anderen. Sie verschwimmen und verschmelzen mit allem und spüren sich dann selbst nicht mehr. Eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die beschriebenen Schritte greifen können, ist Deine Haltung Dir selbst gegenüber. Darfst Du Dir die Zeit nehmen, um aus dem Ausnahmezustand auszusteigen? Darfst Du Dich so wichtig nehmen, dass Du Dich jetzt an erste Stelle setzt? Und v.a.: Darfst Du es Dir erlauben, gesunde Grenzen zu setzen? Hast Du Schutz verdient?
Vielleicht kennst Du Gedanken wie „aber ich kann doch jetzt nicht….“, „…ich habe ja auch Verständnis für XY!“, „….ich will ja niemanden verletzen!“. Bei aller Liebe: Wieso haben andere Menschen Deine Aufmerksamkeit verdient und Du nicht? Wieso bist Du dafür verantwortlich, wenn andere sich verletzt fühlen – nur weil Du Dich um Dich selbst kümmerst? Du verletzt lieber Dich selbst als einen anderen? Dann werden alle Schritte wenig nachhaltig sein. Es geht gar nicht darum, anderen gleichgültig zu begegnen. Es geht darum, dass Du Dir selbst mindestens ebenso liebevoll begegnen darfst! Und genau das ist für Dich, Deinen Weg und Deine innere Klärung immens wichtig! Überprüfe Deine Überzeugungen!
Ein Schutz nach außen kann nur funktionieren, Wenn Du innerlich der Überzeugung bist, dass Dein Wohlbefinden wichtig, Deine Person schützenswert ist. Ich selbst bin lange Zeit ohne energetischen Schutz durch die Welt spaziert. Innerlich wirkte die Überzeugung, dass ich keinen Schutz verdient habe, immer offen für andere sein muss. Dann ist es natürlich auch nur allzu verständlich, wenn andere Menschen Dich überrollen. Wenn Eindrücke Dich überwältigen und Du den Überblick verlierst. Dieser Schutz ist so wichtig. Ein Großteil Deiner Verwirrung basiert hierauf. Ohne diesen Schutz wird Dir eine Differenzierung zwischen deins und meins nicht gelingen. Das Problem ist nicht Deine Offenheit per se. Sondern die fehlende Offenheit für Deine eigenen Gefühle/Bedürfnisse. Diese kannst Du nur dann wahrnehmen, wenn Du Dir Rückzug, Ruhe und Abschirmung zugestehst – um Dich zu sortieren und klar zu spüren. Wenn Du verstehst, dass Du diesen Schutz brauchst, um Dein Leben nach Deinen Vorstellungen zu Leben.

7. Um Unterstützung der geistigen Welt bitten 

Wenn Du eine Verbindung zur geistigen Welt hast (und die meisten Empathen haben das), wird dieser Punkt besonders interessant für Dich sein. Hier erhältst Du immer Hilfe, wenn Du Dich in Liebe hinwendest und aufrichtig bittest. Um Deiner selbst willen. Wenn Du um Führung bittest, wird Dir diese auch zuteil werden. Wenn Du offen dafür bist.
Bei den folgenden Übungen ist es wichtig, dass Du zuerst einen Kanal für die Energien schaffst, die Dich im Zuge der Reinigung verlassen werden. Öffne Dein Herz in Liebe und richte Deine Bitte in einem Gebet mit aneinandergelegten Handinnenflächen an die Engel. Bitte sie um einen Lichtkegel um Dich herum: „Liebe Engel, bitte errichtet einen Lichtkegel um mich. Führt bitte alle Energien, die mich oder meine Umgebung verlassen wollen, in diesem Lichtkegel direkt zu Gott ins ewige Meer der Liebe. Haltet diesen Lichtkegel so lange aufrecht, wie ihr es für richtig haltet. DANKE“. Und dann stelle Dir vor, dass um Dich herum ein ebensolcher, nach oben offener Kegel aus Licht entsteht, der Dich vollständig umfasst.
Du kannst nun Erzengel Michael bitten, mit seinem Lichtschwert, die Bindungen zwischen Dir und einer anderen Person (oder generell zu allen Menschen) zu durchtrennen. Dadurch lösen sich alle energetischen Verstrickungen mit anderen (Fremdfühlen) auf. Die Liebe selbst bleibt (Liebe fließt und bindet nicht). Stelle Dir vor, wie ein kraftvolles Lichtschwert – geführt von Erzengel Michael – alle bestehenden Strippen zwischen Dir und der Außenwelt durchtrennt. Lass das in Ruhe wirken und spüre nach, wie sich der Unterschied anfühlt. BEDANKE DICH anschließend in Liebe.
Du kannst St. Germain um Klärung der Energien bitten. Du kannst ihn bitten, die von anderen an Dich geschickte Energien wieder zu ihnen zurückzubringen (oder an einen besseren Ort). Danach bitte ihn darum, dass er Deine Energien, die Du zu anderen geschickt hast, wieder zu Dir zurückzubringen möge. Achte auch hier wieder auf den Unterschied zuvor und danach. Sei dankbar für diesen gnadenvollen Dienst, den Du einfach so bekommst. Aus bedingungsloser Liebe.
Mir hat dies in meiner eigenen Findung und Differenzierung sehr geholfen, weil Du Dich deutlicher spürst, Dein Empfinden dadurch von dem anderer Menschen geklärt wird. Du kannst Dich so einiger Fremdenergien entledigen, ein besseres Gefühl für meins bekommen (an Deinen Resonanzen zu arbeiten, ist ein anderes Thema).
Um das Geschenk eines für Dich so wichtigen Schutzes zu erbitten, kannst Du den Meister der Energie in einem Gebet ansprechen. Du kannst ihn darum bitten, eine Schutzaura um Dich zu errichten. Ist Dein Herz offen und Du hast wirklich den Wunsch in Dir, dann wird Dein Rufen erhört werden. Die geistige Welt hilft immer, wenn wir darum bitten und offen dafür sind. Bleibe in dieser Zeit in Gebetshaltung und beobachte einfach. Spüre, wie der Meister der Energie, Dir aus tiefster Liebe diesen Schutz schenkt. Das ist unbeschreiblich schön und klärend.
Ich bin für all diese Hilfen aus der geistigen Welt unendlich dankbar. Ohne die unerschöpfliche Liebe, die uns aus dieser Quelle geschenkt wird, wüsste ich nicht, was wäre.

8. Meditationen

Als äußerst hilfreich habe ich die Meditation mit dem Mantra Om shanti om erlebt – dies führt zur Befriedung der Gefühle. Du kommst wieder zur Ruhe und lernst so, mit inneren Aufwallungen umzugehen.
Das Mantra Sarvatva Namah bringt Dich wieder in Verbindung mit Deinem eigenen inneren Wesen als Teil des großen Ganzen. Deinem höheren Selbst – dem Du vertrauen kannst, weil es immer in Deinem Sinne arbeitet.
Speziell diese beiden Mantras haben mir bei der Meditation immer wieder sehr geholfen. Sie stärken empathische Menschen genau an den Stellen, an denen es hilfreich ist. Deine Gefühle kommen zur Ruhe und Du baust eine Verbindung zu Dir auf – während Du Dich als Teil des Ganzen wahrnimmst. Also ein Gefühl für sich selbst zu haben und Teil einer großen galaktischen Familie zu sein. Trotzdem verbunden zu sein.
Wenn Du das versuchen möchtest, fange klein an. Meditiere damit einmal täglich 5-15 Minuten. Sage das Mantra in einer aufrechten, entspannten und gemütlichen Sitzposition still und gedanklich (nicht laut) immer wieder auf. Neben ihrer Wirkung entscheidest Du in dieser Zeit auch, was Du denken möchtest. Alles andere darf da sein – Gedanken, Gefühle – aber Dein Fokus liegt im stillen Rezitieren des Mantras. Du lernst dadurch, dass Du einen Einfluss auf Deine Gedanken hast. Dazu wirken sie auf so wunderbare Weise. Spür einfach hin.

9. Deine Resonanzen klären

Deine Überzeugungen, Gedanken und Dein Verhalten sind entscheidend dafür, wie gut die beschriebenen Strategien wirken können. Weil sie die Resonanz fürs Außen bilden. Wenn Du Verbindungen zu anderen Menschen lösen möchtest, ist Dein Wille entscheidend. Wie wichtig ist es Dir, bei Dir selbst anzukommen? Wie klar ist Deine Absicht? Wenn Du gedanklich in Verbindung zu diesen Menschen trittst, stellst Du eine energetische (Ver-)Bindung her. Oder wenn Du Dich verantwortlich fühlst. Oder der Meinung bist, noch eine Rechnung offen zu haben. Anspruch auf eine Entschuldigung oder eine Würdigung zu haben. Wenn diese Überzeugungen in Dir wirken, dann schwingst Du in dieser Erwartungsenergie. Du wartest noch auf etwas. Bist noch offen, auf Empfang. Dann bist Du noch nicht bereit, Dich vollumfänglich auf Dich zu konzentrieren. Vielleicht spürst Du einmal in Dich und überprüfst, wie stark Deine Bereitschaft hierfür ist? Es ist absolut in Ordnung und vollkommen natürlich, dass Du nicht sofort immer alles loslassen kannst. Es ist ein Prozess. Aber vielleicht gelingt es Dir für einige Minuten, dann vielleicht eine Stunde. Und so kannst Du das immer weiter ausdehnen – diesen Fokus nur auf Dich richten und Loslassen,  was Dich daran hindert.
Deine Resonanzen beeinflussen Deine Motive und Dein Verhalten. Dadurch kannst Du unbewusst wieder Bindungen aufbauen oder anziehen, was Du eigentlich nicht mehr möchtest. Wenn Du z.B. etwas aus dem Gefühl heraus tust, nicht gut genug zu sein, dann handelst Du aus Mangel (an Selbstliebe). Äußerst Du selbst etwas, um etwas Liebevolles vom anderen zu hören, dann steckt hinter Deinem Verhalten zudem eine Absicht. Ein Ziel. Ein Zweck. Hart formuliert: Du manipulierst (unbewusst/bewusst). Du sendest dadurch Funksignale des Mangels und der Manipulation aus – und dann wirst Du auch eben das in Dein Leben ziehen. Auch deswegen ist es so wichtig, dass Du Dich entkoppelst – um Dich selbst in die Fülle bringen zu lernen. Um dann auch das anziehen zu können, was Du Dir wünschst.
Deine Intention und Überzeugungen sind sehr kraftvoll! Wenn Du denkst: „ich darf mich nicht schützen“ wirst Du Deinen Schutz fallen lassen. Wenn Du denkst „ich bin nicht liebenswert“ wirst Du Dich nicht liebevoll Dir selbst gegenüber verhalten und Liebloses anziehen. Das schwächt Dich und Dein gesamtes Energiesystem. Daher ist es wichtig, Dir Deiner Resonanzen und Überzeugungen bewusst zu werden, sie anzunehmen. Auch das, was Du nicht so gerne sehen magst (z.B. Manipulation, Bedürftigkeit). Nur so kannst Du Dich selbst kennenlernen, Dir Deiner selbst bewusster werden, Dich um eben diese Punkte selbst kümmern und Deine Haltung Dir selbst ggü. verändern.

10. Werde (wieder) aktiv – heilsamer Input für Dein System

Sicher werde ich Dir nicht sagen „lenke Dich ab!“ – denn das, was viele als Ablenkung bezeichnen, ist das eigentliche Leben! Dein Leben! Nur, dass empathische Menschen im Dauerausnahmezustand oft den Zugang dazu verlieren, wie gut ihnen das Leben mal getan hat. Im Vordergrund steht ja die Unruhe, die Angst, die Gedanken. Aus dieser Verzerrung heraus wirst Du vielleicht nicht direkt daran glauben, dass Dir etwas gut tut. Aber das wird es. Nach und nach. Das, was Dir Freude bereitet, wo Du in Dir Lebendigkeit spürst – das tut Dir und Deinem System gut. Gehe den Dingen nach, die Du gerne tun möchtest. Die Dinge, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind. Wo Du Dich gut spüren kannst. Gehe in die Sauna, mache einen Spaziergang, koche Dir etwas, treffe Dich mit anderen empathischen Menschen. Nimm wieder am Leben teil. Wenn Du das tust, dann besetzt Du damit den Platz, den sonst vielleicht negative Gedanken oder Gefühle in Beschlag nehmen werden. Eins musst Du verstehen: Unser System möchte stimuliert werden. Wenn Du das nicht aktiv selbst in die Hand nimmst und eine Entscheidung triffst, wie Du Dein System stimulierst, wird es das selbst tun. Dein Kopf wird anfangen, Gedanken zu denken, Du wirst nach sorgenvoll nach vorne blicken oder Dir über Vergangenes den Kopf zerbrechen. Fülle den Raum, der Dir zur Verfügung steht. Nach Deinen Vorstellungen. Jetzt und hier!

 

Die empathische Reizüberflutung ist alles andere als angenehm. Es ist mir ein echtes Herzensanliegen, dass Du Dein Leben schöpferisch gestalten kannst – weil ich weiß, was für ein unermesslicher Schatz an Liebe, Verständnis und Mitgefühl in Dir liegt. Der muss in die Welt! Du musst in die Welt! Aber zuerst einmal darfst Du bei Dir ankommen! Und in Deiner eigenen Quelle Ruhe und Orientierung finden. Ich hoffe von Herzen, dass Dir diese Strategien helfen werden, wieder bei Dir selbst anzukommen. Wege aus der Reizüberflutung in die Selbstermächtigung zu finden. Teste, was Dir gut tut und zu Dir passt.

Wenn Du Dich auf Deinem Weg in die Selbstermächtigung von mir begleiten lassen möchtest, darfst Du Dich gerne über mein Empath Empowerment Coaching informieren.
Ein unverbindliches Vorgespräch (20 Min.) ist übrigens immer kostenlos! Zum reinschmecken ;-). Nimm einfach Kontakt mit mir auf!

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