EMPATHIE UND NARZISSMUS

Exkurs: 5 potentielle Anzeichen für Energievampirismus und Wege, Dich zu schützen

Exkurs: 5 potentielle Anzeichen für Energievampirismus und Wege, Dich zu schützen

Zur Information: Alle meine bisherigen Artikel und diese Artikelserie unterliegen dem Urheberrecht. Sie stellen mein geistiges Eigentum dar und entsprechend werde ich bei Kenntnis von Plagiaten, Kopien oder dem Teilen ohne Angabe der Quelle (www.freieresleben.com, Kristina Peters) rechtliche Schritte einleiten.

 

A. Energievampirismus im Kontext dieses Artikels

Was ist eigentlich Energievampirismus? Den Begriff selbst mag ich nicht so gerne, da er nahelegt, jemand anderes könne uns Energie wegnehmen, ohne dass wir einen Einfluss darauf hätten.
Ich glaube daran, dass man immer etwas tun kann. Genau hier setzt dieser Artikel an.
Wie in meinen anderen Artikeln geht es auch hier nicht um Dämonisierung, Schuldzuweisungen oder Verurteilungen – nicht weil ich flach in der Birne bin, sondern weil ich dieses Opfer-Täter-Ding weder als gesund, noch als hilfreich erachte.
Wenn ich jemanden als Opfer bezeichne, spreche ich diesem Menschen das Potential ab, aktiv an den Ereignissen, in seinem Leben etwas verändern zu können. Damit ist weder dem Menschen geholfen, dem diese Dinge widerfahren (sind), noch demjenigen, der sich dieser Strategien bedient, um aus einer tief erlebten Leere, einem Mangel heraus der Energie anderer zu bedienen.
Mich erreichen immer wieder anfeindende Äußerungen bezüglich meines Bemühens um Neutralität und ich möchte diejenigen, die mit meiner Arbeit und Sichtweise nichts anfangen können, an dieser Stelle bitten, sich einfach anderer Kanäle zu bedienen, die besser zu ihnen passen.

Doch nun zum Thema: Was passiert eigentlich genau, wenn wir Energie an einen anderen Menschen zu verlieren scheinen?
Ich finde dieses Thema auch jenseits einer empathisch-narzisstischen Dynamik extrem wichtig.
Vorab: In jeder zwischenmenschlichen Begegnung kommt es zu einem Energieaustausch. Wir sind Energie. Sobald wir in Kontakt treten, fließen unsere Energien zueinander. Wenn ein Mensch Deine Unterstützung und Hilfe benötigt, kann er Dich direkt bitten oder Du unterbreitest ihm ein Angebot. Der Energieaustausch ist offen und einvernehmlich. Das ist kein Energieraub.
Denn dieser geschieht immer auf einer verdeckten Ebene und dahinter steckt – bewusst oder unbewusst – eine gewisse Systematik. Gewisse Motive, Absichten und Intentionen wirken nicht klar an der Oberfläche, sondern auf einer versteckten Ebene parallel zum eigentlichen Gespräch.
Bzgl. Deines Schutzes vor Energievampirismus meine ich auch nicht, Deine Energie zurückzuhalten oder Austausch irgendwie zu kontrollieren oder zu steuern. Das wäre ziemlich anstrengend, angstgeleitet und ein Widerspruch zur fließenden Qualität unserer energetischen Verbundenheit. Vielmehr zielt dieser Artikel darauf ab, in Dir ein Bewusstsein für mögliche Vorgänge auf dieser versteckten Ebene zu stärken, um Dich dann klar dazu positionieren zu können. Deine fließende Kraft umfasst dann diesen Sachverhalt, was Dir zur Klärung auch zu einem klaren Nein verhelfen kann.

In einem Menschen, der mit verschiedenen (bewussten oder unbewussten) Strategien an Energie anderer zu kommen versucht, wohnt immer ein Mangel. Dieser Mangel hat verschiedene Gründe und Gesichter. Den meisten Menschen (mich eingeschlossen) ist ein Bewusstsein von einer in uns wohnenden Fülle noch nicht vollständig zugänglich.
Bis dahin haben wir alle das Potential sowohl Energieräuber (Suchen nach Bestätigung, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Liebe etc.), als auch potentielle Energiespender für Energieräuber zu sein. Sich für Mangel selbst zu verurteilen nutzt niemandem – er ist in uns gedanklich vorhanden und das ist ok. Es ist sogar fantastisch! Denn wenn wir uns dieses Mangeldenkens in uns bewusst werden, können wir ihn als Antrieb sehen lernen – als Impuls, uns auf den Weg in die eigene Fülle zu machen.
Das zu manifestieren, für was unser Herz brennt.

Mit diesem Artikel möchte ich Dir helfen, die von Energieräubern eingesetzten Strategien besser zu erkennen und zu verstehen. Oft sind diese Strategien so subtil, dass sie sich dem logischen Denken entziehen. Energievampirismus versteckt sich oft zwischen den Zeilen. Und da möchte ich ihn mit Dir gemeinsam herausziehen, betrachten und verstehen.
Energieräuber nutzen oft typische Schnittstellen im energetischen System ihres Gegenübers, um anzudocken: Verwirrung, Angst, Unsicherheit (mangelnde Klarheit), Selbstablehnung, Hoffnungslosigkeit.
In der Kommunikation wird daher versucht, ein Machtgefälle zu erzeugen oder Angst und Verwirrung zu stiften (bewusst oder unbewusst).
Dadurch werden meistens zahlreiche, manchmal überwältigende Gefühle aktiviert, die eine Klarsicht und eine Analyse im Nachgang oft erschweren. Manchmal können wir gar nicht genau sagen, was überhaupt passiert ist.
Unsere innere Klarheit scheint dahin: Wir sind verwirrt, fühlen uns kraftlos, erschöpft, vielleicht unruhig oder verängstigt – ohne genau zu wissen, weshalb.
Um es für Dich konkreter fassbar zu machen, habe ich mit drei Szenen aus dem Film Herr der Ringe Beispiele gewählt, um die Strategien von Energieräubern zu verdeutlichen.
Zwischen den Dialogen werde ich immer wieder kurz zusammenfassen, wie die Protagonisten mit dem Energieräuber in den Szenen jeweils umgegangen sind, was zum Erfolg führte und was eher nicht. Alleine schon hieraus kannst Du vielleicht schon etwas für Dich ziehen.
Am Ende des Artikels erhältst Du zudem nochmal eine Zusammenfassung über die möglichen Anzeichen für Energievampirismus und Tipps, wie Du Dich diesbezüglich verhalten und positionieren kannst.

 

B. Die Geschichte von Saruman und Grima Schlangenzunge: Ein Exkurs in Energievampirismus

Wir gehen nun gemeinsam auf drei Szenen der Verfilmung von J.R.R. Tolkien´s Trilogie Herr der Ringe ein. Tolkien beschreibt einen Charakter, anhand dessen ich den Begriff Energievampirismus nach meinem Verständnis in drei Szenen sichtbar machen möchte: Grima Schlangenzunge – der Berater des Königs Théoden von Rohan.
Grima ist ein Spion (und energetischer Verbündeter) von Saruman dem Zauberer, der sich mit dem dunklen Herrscher Sauron vereint und seine Gefährten aus dem Westen verraten hat. Die der dunklen Seite nutzbringenden Einflüsterungen Grimas (Ausdehnung des dunklen Reichs Mordor und Schwächung seiner Gegner) führen zu einem Kräfteverlust von König Theodén. Er ist nur noch ein Instrument des Geistes von Saruman, ein Schatten seiner selbst: Aschfahl, eingefallen, kraftlos und abwesend. Unfähig, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, drohende Gefahren zu erkennen.

 

Szene 1:
Als einfallende Heerschaaren von Orks den Sohn des Königs tödlich verwundet haben, appellieren der Neffe des Königs (Éomer) und dessen Schwester (Éowyn) an den König, etwas zu unternehmen:
“Er wurde von Orks überfallen. Wenn wir unser Land nicht verteidigen, wird Saruman es sich gewaltsam nehmen.”

Grima antwortet anstelle des Königs:
“Das ist eine Lüge. Saruman der Weiße war stets unser Freund und Verbündeter, allseits und seit jeher.”

Éomer bleibt sachlich und versucht seinem Onkel die Fakten zu schildern:
“Orks streifen jetzt frei durch unsere Lande, ungestört, ungestraft, willkürlich mordend. Orks mit dem Zeichen der weißen Hand Sarumans.”

Ohne auf den Inhalt von Éomers Aussagen einzugehen, äußert Grima:
“Wieso beschwert Ihr mit Sorgen sein ohnehin schon besorgtes Gemüt? Seht Ihr denn nicht, Euer Onkel leidet sehr unter Eurer Unzufriedenheit und Kriegstreiberei.”

Grima führt die Aussagen Éomers auf seine Unzufriedenheit zurück, die durchaus vorhanden ist. Den Grund für die Unzufriedenheit – Manipulationen und Verzerrungen Grimas, sowie die drohende Gefahr – spart Grima aus. Mit seiner Aussage hebt er die Aussagen Éomers auf eine andere Ebene, entzieht ihnen dadurch den logischen Zusammenhang. Zudem kehrt er die Verantwortung um: Er beschuldigt Éomer der Kriegstreiberei. Grima hält den geschwächten König durch Verdrehung der Tatsachen in einer hypnotischen Betäubung. Obwohl er selbst den König schwächt, gibt er vor, im Interesse Théodens zu handeln (man solle ihn nicht beschweren). Er stellt sich als besorgter Unterstützer dar, indem er das offensichtliche Leid des Königs erwähnt dadurch verstärkt, ihn tatsächlich aber schwächt: Er spricht ihm die Fähigkeit ab, mit der Realität umgehen zu können (Schonung). Mehr noch bietet er durch die Beschuldigung Éomers als Kriegstreiber eine alternative, verdrehte Realität an. Durch die Worte Grimas hat Théoden sich im Laufe der Zeit immer mehr mit einem schwachen Selbstbild identifiziert und den Kontakt zu seiner Stärke verloren. Eine subtile Entwürdigung und Entmachtung unter gleichzeitig trügerischer Vorgabe, im Sinne des Königs zu handeln. Er will ihn ja nur schützen. Eine Doppelbotschaft, die Éomer zwar durchschaut, sich aber von den Unterstellungen der Schlangenzunge provozieren lässt. Er packt Grima:
“Kriegstreiberei?! Wie lange ist es her, dass Saruman Euch gekauft hat? Was war der versprochene Preis, Gríma, dein Teil der Beute, sowie allesamt beseitigt sind?”

Grima schielt zu Éowyn, die ihm von Saruman für seine Dienste als Frau versprochen wurde. Éomer bringt es auf den Punkt – er erkennt, was wirklich geschieht:
“Zu lange hast du meine Schwester beobachtet, zu lange hast du ihre Schritte belauert!”

Auf einen Befehl Grimas hin, wird Éomer von Soldaten gepackt:
“Ihr seht viel, Éomer, Éomunds Sohn. Zu viel. Ihr seid ab sofort verbannt aus dem Königreich Rohan und all seinen Herrschaftsgebieten. Kehrt Ihr wieder, droht Euch der Tod.”

Éomer hat die Wahrheit erkannt, ausgesprochen und Grima dadurch enttarnt – er muss weg. Éomer leistet Widerstand:
“Du hast keine Befugnis hier! Deine Befehle bedeuten gar nichts!”

Doch Éomer hat den Einfluss von Grima auf den König unterschätzt. Dieser reicht weiter, als er vermutet hat:
“Nun, Ihr irrt Euch, das ist kein Befehl von mir. Er kommt vom König. Er hat ihn heute Morgen unterzeichnet.”

Éomer wird von den Wachen aus der goldenen Halle gebracht und vom Hof verbannt.
Théoden sitzt in der gesamten Szene nur murmelnd auf seinem Thron und steht geschwächt völlig unter dem Bann von Grima, der ihn nicht aus den Augen lässt, ihn mit Worten umschmeichelt und dadurch gleichzeitig schwächt (s.o.).
Théoden nimmt alles nur noch ungerührt hin – selbst als sein Sohn Théodred letztlich an den Folgen seiner Verletzungen durch die Hand der Orks stirbt, zeigt er keine Reaktion. Er ist seiner Klarheit, EnergieStärke und Kraft beraubt. Sie wird abgezogen. Durch den Geist Sarumans, den er in Form von Grimas Worten nach und nach eingelassen hat und der ihn wie ein dicker Schleier aus hypnotischer Verwirrung, Angst und Trägheit von seiner wahren Essenz fernhält.
Théoden selbst ist im Grunde gar nicht mehr anwesend.

 

Szene 2:
Diese Szene kannst Du Dir hier auf Youtube ansehen (allerdings auf Englisch).
Éowyn weint am Bett um ihren toten Cousin Théodred, ist tief traurigerschüttert und auch besorgt – ob des Zustands ihres Onkels. In diesem einsamen, intimen Moment nähert sich Grima ihr:
“Wie tragisch für den König, den einzigen Sohn und Erben zu verlieren. Ich weiß, solch Abschied ist nicht leicht hinzunehmen, insbesondere jetzt, da Euer Bruder Euch im Stich gelassen.”

Grima gibt Mitgefühl für Éowyn und den König vor, obwohl er sich in Wahrheit dessen Kraft und Energie zur Einflussnahme bedient (s.o.). Er verdreht auch hier die Tatsachen: Er selbst ließ Éomer vom Hof werfen, stellt es nun aber so dar, als habe Éomer seine Schwester verlassen. Er klagt Éomer auf Basis dieser unwahren Aussage erneut an. Hier wird besonders deutlich, wie konsequent Grima am Aufbau einer alternativen Realität arbeitet, in die er die Protagonisten zu ziehen versucht. Gleichzeitig betont er die Trauer und Einsamkeitsgefühle von Éowyn. Sie erkennt trotz ihres emotional durchlässigen Zustands und ihrer aufwallenden Gefühle genau, was hier geschieht. Sie betrachtet die Situation immer noch von oben, bzw. außen, was ihr eine Abgrenzung ermöglicht: Sie entfernt sich von ihm und schickt Grima weg:
“Lasst mich allein, Schlange!”

Grima ignoriert den eigentlichen Inhalt von Éowyns Aussage, die Aufforderung zu gehen. Obwohl Éowyn um Distanz gebeten hat, kommt er ihr tatsächlich noch näher. Er wechselt auf eine sehr persönliche, fast intime Ebene: Indem er ihre Empfindungen mit Worten nährt, interpretiert, ihnen mehr Raum und Gewicht gibt, verstärkt er das Negative in ihr. Mit poetisch ausschmückendem Geschick zieht er das einschnürende Band aus Trauer und Einsamkeit um Éowyns Herz noch enger:
“Aber Ihr seid allein! Wer weiß, was ihr der Dunkelheit anvertraut. In den bitteren Stunden der Nacht wenn euer ganzes Dasein zu schrumpfen scheint, euch die Wände Eures Gemachs sich nähernd umdrängen, in einen Käfig gesperrt wie wildes Getier.”

In dieser von ihm erzeugten Verdichtung ihrer Verzweiflung, Schwere, Trauer und Einsamkeit versucht er einen Zugang zu ihr (und ihrer Energie) zu schaffen, indem er sich als menschlich greifbarer Ausweg aus dieser verstärkten Einsamkeit anbietet. Er nähert sich ihr mit einem fragwürdigen Kompliment:
“So schön, so kühl (legt eine Hand auf Éowyns Wange) – wie ein blasser Morgen im Frühling durchhaucht von Winterkälte.”

Éowyn zeigt in dieser Szene einen sehr aussagekräftigen Moment der Schwäche: Ihre Lippen zittern, die Berührung der Hand von Grima lässt sie ihre Augen schließen. Sie fällt. Sie sieht die Szene nicht mehr von außen – sie lässt sich einsaugen. Für einen kurzen Moment: Ihre Wange und sinnbildlich auch ihre Seele fallen in Grimas Hand. Eine Hingabe an die eigene Schwäche, den Wunsch, es möge aufhören, an die Illusion, doch nicht alleine zu sein, an die Illusion, sich fallen lassen zu können. Ein kurzer Moment, in dem Schmerz, Trauer und Einsamkeit in den Hintergrund treten. Ein Moment der Entlastung, in dem sie vergessen will, wen sie vor sich hat. Die Worte der Schlangenzunge haben die Türen in ihr aufgestoßen: Sie hat sich gesehen und verstanden gefühlt. Der Schleier, der bereits Théoden von seiner wahren Essenz trennt, ihm Energie entzieht, droht sich nun auch auf Éowyns Seele zu legen.
Sich dessen bewusst werdend, erblasst Éowyn und spürt, dass sie Gefahr läuft, dem negativen Sog von Grima zu verfallen. Sie nutzt ihre aufkommende Wut und Abscheu um sich aus dem Sog der Negativität zurück in eine Außenperspektive katapultieren zu lassen. Sie nimmt sich wieder von außen wahr, wird sich der Wirkung von Grimas Worten bewusst. Sie entzieht sich ihm unmittelbar, benennt zusammenfassend, was sie spürt und verlässt den Raum:
“Eure Worte sind wie Gift!”

 

Szene 3:
Diese Szene kannst Du Dir ebenfalls hier auf Youtube ansehen.
Als der Zauberer Gandalf mit dem Elben Leogolas, dem Zwerg Gimli und Aragorn nach Edoras kommt, um König Théoden den Geist Sarumans auszutreiben, wirkt Grima wiederum auf den Geist des Königs ein:
“Mein Gebieter, Gandalf der Graue ist eingetroffen. Er ist ein Vorbote des Leids.”

Grimas Aussage ist in sich schon sehr paradox. Er spricht Théoden als Gebieter an, gebietet ihm dann aber, seine Meinung über Gandalf als feststehenden Fakt: Er ist ein Vorbote des Leids.
Gandalf bleibt bei der direkten Ansprache des Königs.
Indem Gandalf Théoden höflich aber direkt an seine Amtspflichten erinnert und auf frühere Zeiten verweist, stellt er eine wahrgenommene Veränderung der königlichen Gepflogenheiten fest, die einer Erklärung bedarf.
Ohne Théoden direkt anzugreifen, fordert er ihn dennoch heraus. Subtil appelliert er an die Macht und seinen Einfluss als König:
“Die Höflichkeit in Eurer Halle hat letzthin etwas nachgelassen, Théoden, König!”

Grima, der die Klarheit von Gandalf spürt und fürchtet, flüstert dem König zu:
“Er ist nicht willkommen.”

Wie hypnotisiert von Grimas vorigen Worten spricht Théoden:
“Warum sollte ich Euch willkommen heißen, Gandalf Sturmkrähe?”

Durch den Blick Théodens zu Grima wird das energetisch-hypnotische Band zwischen den beiden sichtbar. Fast wirkt es so, als würde der König auf Bestätigung von Grima warten. Diese folgt auch prompt auf dem Fuß. Grima verstärkt die Aussage des Königs:
“Dies ist eine sehr berechtigte Frage, Herr und Gebieter!”

Grima nimmt dem König nun offen das Antworten ab – er steht auf und läuft auf Gandalf zu:
“Spät ist die Stunde, in der dieser Zauberkünstler auf den Plan tritt. Lathspell sollte man ihn nennen. Schlechte Nachricht ist ein schlechter Gast.”

Er wertet Gandalf ab (Zauberkünstler), kritisiert ihn (spät) und die Art seiner Aussage transportiert den Anspruch, ein bestimmtes Bild von Gandalf als allgemeingültige Wahrheit zu behaupten.
Gandalf jedoch lässt sich nicht beirren – wenngleich auch er die Wirkung der Worte der Schlangenzunge wahrnimmt.
Er lässt sich trotz der Provokation nicht auf den verfänglichen Inhalt der Schlangenzunge ein, rechtfertigt sich nicht, sondern bleibt fest verbunden mit seiner Wahrheit und seinem Ziel. Er benennt klar, was er sieht und entgegnet zornig:
“Schweigt! Behaltet Eure gespaltene Zunge hinter Euren Zähnen. Ich bin nicht durch Feuer und Tod gegangen und wechsle jetzt verlogene Worte mit einem einfältigen Wurm!”

Man spürt die Kraft und den unbrechbaren Willen in ihm, als er Grima seinen Zauberstab entgegenstreckt – ein Symbol seiner durchlebten Erfahrungen, der hieraus resultierenden Weisheit und Kraft.
Gandalf versteht es eindeutig, die Botschaft seiner Wut zur Klärung zu nutzen, er zieht ganz klar eine energetische Grenze, indem er Grima bewusst und unbeirrbar auf seinen Platz verweist.
Er bleibt mit fokussierten Blick auf sein Ziel gerichtet  (den König vom Einfluss Sarumans zu befreien) und schenkt den Worten der Schlangenzunge keine Beachtung.

Um ihn herum tobt der Kampf der Wachen mit den Gefährten Gandalfs, doch er geht weiter geradeaus seinen Weg – ungeachtet der umherfliegenden Fäuste und Körper.
Seine energetischen Türen sind geschlossen für die klebrige Beeinflussung der Schlangenzunge.
Sein klarer Geist durchdringt alles – auch den paralysierenden Zauber der Hypnose.
Gandalf blickt durch den Schatten (Geist Sarumans), wendet sich in all dem Getümmel direkt, respekt- und fast liebevoll der Würde und Stärke des Königs zu.
Er trennt klar zwischen Théoden als König und dem Zauber, der ihn gefangenhält. Er benennt diesen Zauber, lässt sich von dem Spiel nicht blenden.
Er klärt den sich windenden König über das auf, was wirklich passiert – bringt ihn in Kontakt mit seiner Wahrheit. Zudem informiert er ihn darüber, was er vorhat:
“Théoden, Thengels Sohn! Zu lange habt Ihr im Schatten gesessen. Hört mich an! Ich befreie Euch von dem Zauber!”

Er spricht mit dem Théoden hinter den Schatten. Die unerschütterliche, innere Wahrheit und Klarheit von Gandalf, das Benennen des Zaubers und die direkte Ansprache des Königs zwingen den Geist Sarumans, sich endlich als solcher mit seinen Absichten deutlicher zu zeigen. Théodens Stimme ist verändert, es ist der lachende Saruman, der aus ihm spricht:
“Du besitzt keine Macht hier, Gandalf der Graue!”.

Gandalf, der hier durchaus eingeschüchtert oder wütend sein könnte, geht auf den Hohn und Spott von Saruman wiederum nicht ein. Er ist sich seiner Kraft und Stärke bewusst und hat noch ein unschlagbares As im Ärmel: Saruman ist nicht bekannt, dass Gandalf selbst in die Schatten gestürzt war und aus dem Reich der Schatten zurückkehrte – als Gandalf der Weiße. Hätte er bereits als Gandalf der Weiße die Halle betreten, hätte man ihn sicher gar nicht erst eingelassen. Doch so hat er den Vorteil auf seiner Seite, als er den grauen Umhang abwirft und mit klaren Worten (wiederum zu Théoden) spricht:
“Ich werde Euch Saruman aussaugen wie Gift aus einer Wunde.”

Das Bild ändert sich: Weil er nicht nachgelassen hat, ist es Gandalf gelungen, dass Sarumans Geist sich direkt zu erkennen geben und sich mit ihm auseinandersetzen muss.
Er hat ihn in eine Konfrontation gezwungen, in dem er an seiner empfundenen Wahrheit und am Wissen um die Unabhängigkeit und Stärke des Königs festgehalten hat.
Aus Théoden spricht nun deutlich die Stimme Sarumans:
“Wenn ich gehe, dann stirbt Théoden.”

Und erst jetzt – da Saruman sich klar erkennbar für alle gezeigt hat – lässt sich Gandalf darauf ein, Saruman direkt anzusprechen. Gandalf lässt sich nicht von der Drohung Sarumans einfangen. Er widersteht jeglicher Angst, lässt sich überhaupt nicht auf die Möglichkeit ein, dass seine Kraft dem nicht gewachsen sein könnte. Er bleibt standhaft und klar, verbunden mit der Quelle seiner inneren Kraft:
“Du hast mich nicht getötet. Du wirst auch ihn nicht töten.”

Ein letztes Mal bäumt Saruman sich in Théoden gegen Gandalf auf: 
“Rohan ist mein!”

Doch die hypnotisierende Kraft der Lügen und der Angst sind der wahrhaftigen Klarheit und Stärke von Gandalf  nicht gewachsen. Gandalf hält rasch seinen Stab hoch und richtet ihn auf Théoden/Saruman:
“Weiche!”

Mit der licht- und zauberhaften Kraft seines Stabs saugt Gandalf den Geist Sarumans aus Théoden heraus, der – vom Geist Sarumans befreit – von seinem Thron fällt.
Unmittelbar verjüngt sich sein Aussehen, sein Blick wird klar. Er kehrt zurück und erblickt Éowyn:
“Ich kenne Euer Gesicht! Éowyn, Éowyn! Gandalf? Dunkel waren meine Träume in letzter Zeit.” 

Saruman ist fort. Für Théoden selbst war alles wie in einem Traum. Er war gar nicht mehr da. Gandalf reicht ihm sein Schwert:
“Eure Finger würden sich ihrer alten Kraft besser erinnern, wenn sie Euer Schwert packen würden.”

Als Théodens Hand den Schwertgriff umfasst, strömt seine Kraft in ihn zurück und er erlangt Bewusstsein darüber, was geschehen ist. Seine Kiefermuskeln spannen sich. Die Wut, die durch Grimas Einflüsterungen so lange gebannt und unterdrückt war, findet ihren Platz im Erleben des Königs: Théodens Blick wandert voller Zorn zu Grima Schlangenzunge. Zum ersten Mal sieht er ihn wirklich, wie er ist. Doch Théoden tötet ihn nicht, sondern lässt ihn vom Hof jagen.

 

1.  Wie gehen die Protagonisten mit Energievampirismus um?

Éomer erkennt klar, was geschieht, doch er handelt unüberlegt und reagiert impulsiv, lässt sich von seinen Gefühlen hinreißen. Er lässt sich mehr oder weniger auch inhaltlich auf eine Diskussion darüber ein, was am Hof von statten geht. Sein Benennen greift an der falschen Stelle. Er unterschätzt den Radius des Einflusses von Grima auf den Königshof und wird schließlich verbannt (aus dem Weg geräumt).
Éowyn ist vorsichtiger, sie hält sich zurück hinsichtlich einer inhaltlichen Auseinandersetzung, doch ist ihr Verhalten von Angst, Sorge und Ohnmacht bestimmt. Im Grunde genommen ist ihr Verhalten klug, denn sie bleibt am Hof. Doch sie ist hilflos hinsichtlich der Ereignisse am Hof. Es gelingt ihr, sich die Schlangenzunge durch ihre schneidende Klarheit hinsichtlich seiner Person vom Leib zu halten, doch auch nicht immer. Denn die Einflüsterungen Grimas dringen kurzzeitig durch die Grima bekannten, offenen Türen von Schmerz, tiefsitzender Trauer und Einsamkeit hindurch, so dass sie in der Illusion des Sich-Verstanden-Fühlens den Blick für die Realität verliert. Die Tatsache, dass Grima um ihre Gefühle weiß, eröffnet ihm als Energieräuber die Möglichkeit, mit manipulativen Worten in ihr System einzudringen. Éowyn setzt ihre Wut aber an der richtigen Stelle ein: Sie katapultiert sich aus dem subjektiven Leid in die Außenperspektive und geht auf räumliche Distanz, sichert ihren energetischen Raum.
Gandalf ist der Einzige, dem es aufgrund seiner eigenen Erfahrungen im Schattenreich und der daraus resultierenden Weisheit gelingt. das Bewusstsein der Geschehnisse klar zu kommunizieren, ohne sich auf Ablenkungen, Diskussionen oder Rechtfertigungen einzulassen. Er hat die Angst im Schattenreich besiegt. Sie kann ihm nichts mehr anhaben. Er sieht durch die Schatten und erblickt dahinter König Théoden. Mutig, klar und unbeirrt geht er auf sein Ziel zu. Gegenüber der Schlangenzunge ist er immun, da er Grimas Verhalten klar benennt, ihn auf den Platz verweist und in seinen Bemühungen nicht nachlässt. Er durchdringt den Schatten und den Zauber. Das weiße Licht und die Energie, die von ihm ausgehen entspringen nicht zuletzt seiner tiefen Liebe zu allen Menschen (und Théoden). Der Verpflichtung zu einer großen, gemeinsamen Sache im Bewusstsein einer tiefen Verbundenheit. Er weiß um die Wichtigkeit seiner Verantwortung und vertreibt so die Schatten.

 

 

C. Mögliche Anzeichen für Energievampirismus

Hier soll es jetzt darum gehen, wie Du – abgeleitet von den obigen Szenen – mögliche Anzeichen für Energievampirismus erkennen und einer Überprüfung unterziehen kannst. Mir geht es wirklich darum, dass Du Dich selbst besser schützen lernst. Und mit Schutz meine ich jetzt nicht knallharte Abgrenzung oder Dämonisierung von Menschen, die sich vielleicht mal daneben benommen haben. Sondern Erkenntnis, Verständnis und Klarheit, was in ein Bekenntnis zu Deiner inneren Wahrheit münden kann. Schau noch einmal genau hin, wie Gandalf sich aufgestellt hat: Er hat den König geschätzt und gewürdigt – obwohl diese Energie an ihm klebte. Aber bezüglich Grima, seiner Doppelzüngigkeit und des Energieraubs selbst, des Zaubers, dem Schatten Sarumans hat er sich ganz klar in seiner strahlenden inneren Wahrheit unbeirrbar positioniert. Das ist Dein wertvollster Schutz!
Und wenn derartige energetische Andockversuche am Wirken sind, kann und darf dieser Schutz auch unbedingt in ein konkretes, deutliches Nein münden – so wie Gandalf Grima auf seinen Platz verwiesen hat!
Achte darauf, dass Du andere Menschen nicht aufgrund ihrer Bedürftigkeit dämonisierst, verurteilst oder in ihrem ganzen Sein ablehnst – denn damit lehnst Du eben jenen bedürftigen Teil in Dir selbst ab. Einen anderen Menschen zu akzeptieren, bedeutet nicht, für seinen Energiehaushalt sorgen, sich hierfür verantwortlich fühlen oder im alles gestatten zu müssen. Keinesfalls.
Es ist sogar oft ganz entscheidend, ein klares Nein zu finden, wenn Du etwas nährst, was weder Dir noch dem anderen dient. Versuche bitte, kein generelles Misstrauen gegenüber Menschen zu entwickeln. Das ist absolut nicht mein Ansinnen. Ebensowenig geht es mir darum, dass Du aus Angst vor Energieräubern den Kontakt zu Menschen komplett vermeidest, sondern vielmehr den Kontakt zu Deiner inneren Weisheit, Klarheit und Deinem Herzenskompass stärkst und dann bewusst wählst, was Dir und Deiner Seele am besten dient. Denn dann kannst Du jedem Menschen aufrichtig und in Deiner Wahrheit stehend klar begegnen und auch entsprechende Grenzen ziehen.
Folgende potentielle Anzeichen für Energievampirismus sollen Dir hierbei zum genaueren Hinschauen verhelfen:

 

1. Fehlende Bezogenheit und subtile Themenwechsel: Dein Gegenüber bezieht sich wiederholt nicht auf das von Dir Gesagte, sondern eröffnet eine neue Ebene der Kommunikation. Das kann sich sehr verwirrend anfühlen, aber auch sehr geschickt eingefädelt sein – so dass es Dir unter Umständen eingangs gar nicht auffällt. Er oder sie weicht (bewusst oder unbewusst) einer bestimmten Gesprächsebene immer wieder aus, wechselt subtil das Thema. Der Andere redet über A, Du redest über B (siehe Éowyn und Grima – sie schickt ihn weg, er geht auf das Alleinsein ein). Die Bereitschaft über B zu reden ist bei Deinem Gegenüber irgendwie nicht gegeben, aber das wird nicht benannt. Es kann sein, dass ihr dadurch immer wieder bei Ebene A landet, obwohl Du eigentlich über B sprechen möchtest. Hierauf bezieht sich Dein Gegenüber aber einfach nicht. Eingangs bist Du vielleicht verunsichert oder aufgrund Deiner Empathie noch verständnisvoll (“Das ist jetzt halt seine/ihre Erfahrung/Thema…”), mit der Zeit jedoch merkst Du, dass Dich das Aussparen Deiner Themen stört. Dein Gegenüber hat die Kontrolle über den Gesprächsverlauf – und vielleicht hast Du an dieser Stelle schon das Gefühl, Energie zu verlieren.

Beispiele aus den Filmszenen: In Szene 1 wechselt Grima bei Éomers Erwähnung von Orks das Thema: Er geht nicht inhaltlich auf das von Éomer Gesagte ein, konzentriert sich auf das Befinden von Théoden (dem es ja wirklich schlecht geht) und wirft Éomer dadurch indirekt vor, er würde seinen eigenen Onkel belasten. In Szene 2 schickt Éowyn Grima weg (“Lasst mich allein!”). Auch hier inszeniert Grima einen Themenwechsel. Obwohl er das Alleinsein Éowyns in seiner Aussage aufgreift, ignoriert er ihren Wunsch und verhält sich sogar genau entgegengesetzt: Durch seine intimen und interpretativen Äußerungen ihres Seelenzustands nähert er sich ungebeten dem persönlichen Bereich ihrer Gefühle.

Tipp: Achte auf Dir wichtige Themen/Anliegen und behalte Deine Werte im Auge. Wenn Dir in einer Interaktion etwas komisch vorkommt, bleibe wachsam dafür, ob Du in dieser Interaktion als gleichwertiger Gesprächspartner (auf Deiner eigenen Ebene) Gehör findest. Ob auf Dich eingegangen wird. Oder ob Dein Gegenüber immer wieder nur um seine Themen kreisen möchte. Versuche bei Dir, in Deiner Wahrheit, in Deiner Mitte und auf Deiner Ebene zu bleiben, von der aus Du Dich dann auch für das Gesagte des Gegenübers zugänglich machen kannst – wenn Du das möchtest. Falls Du das Gefühl hast, dass ein Thema oder Gespräch Dich Kraft kostet, Energie zieht, braucht es manchmal auch ein klares Nein, ich möchte das nicht.

 

2. Heilsversprechen, Bestehen auf einer einzigen, absoluten Wahrheit und Druck zur Solidarisierung: Dein Gegenüber sendet hier Botschaften, die suggerieren, dass Du die Wahrheit nicht erkennen willst, wenn Du nicht auf eine bestimmte Art und Weise denkst, fühlst oder Dich verhältst, nicht auch diese bestimmte Sichtweise einnehmen möchtest. Weil diese einzige, eigene Wahrheit als gegeben und unverrückbar behauptet wird. Subtil wird dadurch Druck zur Solidarisierung erzeugt. Dein Gegenüber behauptet die Existenz von nur einem einzigen, vorhandenen Weg. Wenn Du mit diesem nicht übereinstimmst, wird u.U, implizit mit sozialem Ausschluss (oder dem Ende einer Verbindung/Freundschaft) gedroht. Wir bewegen uns hier bereits im Bereich subtiler, emotionaler Erpressung. Dieses Vorgehen findet sich nicht selten auch i.R. von sektenähnlichen Verbindungen und Strömungen. Dein Gegenüber möchte Dich auf jene Ebene ziehen, auf der es eben nur diese eine Wahrheit gibt. Dadurch werden klärende Diskussionen und das Einbringen Deiner persönlichen Sichtweisen und Werte verhindert. Er/sie begibt sich eben nicht auf die von Dir angesprochene Ebene B (siehe Punkt 1.).
Gleichzeitig wird dabei oft zeitgleich eine Art Heilsversprechen erzeugt, das Dich durch Deine Zustimmung an ihn/sie und seine/ihre Aussagen binden soll. “Wenn Du nicht XY denkst, fühlst oder tust, bist Du auf dem falschen Weg“.
Menschen werden so subtil deindividuiert und ihnen wird dadurch ihre persönliche Schöpferkraft und Weisheit abgesprochen.
“Das hast Du einfach noch nicht verstanden!”, “Irgendwann wirst Du das auch erkennen!” oder gar mit einer subtilen Drohung: “Du wirst schon sehen!” oder Infragestellung Deiner eigenen Werte und Sichtweisen: “Das kann man doch nicht so stehen lassen!”.
Kann man nicht? Was ist mit Vielfalt der Meinungen? Was ist mit Deiner eigenen, inneren Wahrheit und Deinem persönlichen Weg? Lass das mal kurz sacken.

Beispiele aus den Filmszenen: Wiederum in Szene 1 findet sich ein Bestehen Grimas auf einer Wahrheit, die durch Fakten wiederlegbar ist. Als Éomer diese Fakten anspricht (“Orks streifen durch die Lande…”) und in der Folge auf die eigentlichen Vorgänge zu sprechen kommt, dass Grima von Saruman gekauft wurde und er Éowyn belauert, wird er des Hofes verwiesen. Grima ist auf alles vorbereitet und lässt Widersacher, die sich nicht mit ihm solidarisieren einfach entfernen.
In Szene 2 findet das ganze auf subtilere Art und Weise statt: Éowyn vermisst ihren Bruder und fühlt sich tatsächlich allein. Grima greift dieses Gefühl auf (was nach außen empathisch wirken könnte), bringt es jedoch mit einer Lüge in Verbindung (“…da euer Bruder euch im Stich gelassen…”). Er stellt eine völlig andere Wahrheit ins Zentrum des Gesprächs. Druck auf Éowyn erzeugt er, indem er ihren Gefühle von Trauer und Einsamkeit mehr Gewicht gibt. Im Fluss seiner Worte verdichtet er ihr Erleben und verstärkt ihr Leid – um sich dann selbst als Heilsbringer mit seiner Hand an ihrer Wange anzubieten. Eine Einladung, sich diesen Gefühlen hinzugeben.
In Szene 3 wird deutlich, dass Grima Gandalf von vorneherein davon abhalten möchte, über sein Thema zu sprechen (“Er ist nicht willkommen…”). Hier wird besonders deutlich, dass es zwei Ebenen des Gesprächs gibt. In seiner Unbeirrbarkeit gelingt es Gandalf, seine Wahrheit und Absichten zum Ausdruck zu bringen, was die eigentlich Energie Sarumans an die Oberfläche zwingt. Er droht Gandalf mit der Stimme Théodens: “Wenn ich gehe, dann stirbt er mit.” Mit anderen Worten: “Entweder du gibst Ruhe und machst mit, oder….!”

Tipp: Auftauchende Angst kann Dir zu unterscheiden helfen: Achtet und respektiert Dein Gegenüber Deine persönliche Wahrheit, Schöpferkraft und die Individualität Deines Weges oder – liegt den gesendeten Botschaften die Message zugrunde, dass Du seine Ansichten und Wahrheiten brauchst, “denn sonst!!!”. Das Mitschwingen einer subtilen Drohung, das Zeichnen einer negativen Konsequenz deutet auf eine Arbeit mit der Angst hin. Achte darauf, dass Du Dich nicht einfangen lässt! Wenn Dein Gegenüber Dir den Eindruck vermitteln will, dass Du etwas falsch gemacht hast oder machst und es besser, richtig machen kannst, wenn Du seinen Ansichten und Wahrheiten glauben schenkst, ist Vorsicht geboten!

Wenn wir in unserer Vorgeschichte gelernt haben, Schuld auf uns zu nehmen, uns schuldig zu fühlen kann in uns eine Art energetischer Signatur wirken, die uns veranlasst, uns auf das gegebene Versprechen einzulassen. Dadurch bestätigst Du im Grunde die Illusion Deiner Schuld, Deiner Mindewertigkeit, Deinem Opferdenken und landest vielleicht wieder in einer Konstellation, in der Du das Gefühl hast, nicht ok, nicht richtig, nicht vollständig zu sein – etwas falsch gemacht zu haben. Lass Dir das nicht einreden!
Achte auf die Vorgänge in Dir: Angst und Schuldgefühle können ein Hinweis darauf sein, dass Dich jemand von Dir, Deiner Kraft wegzuziehen versucht – diese, Deine Kraft gerne für sich haben möchte – in Form von Bestätigung, Zuspruch und Aufmerksamkeit von Dir.
Bei Energievampirismus ist die dahinterstehende Energie, mit der gearbeitet wird immer Angst. Es entsteht ein gewaltiger Sog von Negativität und ein Zwang zur Koalitionsbildung, der Dir viel Energie abziehen kann.

Doch: Nicht jeder Mensch, der Dir ein Angebot für Hilfe von außen unterbreitet, will an Deine Energie. Du kannst Dir die Frage stellen, ob ein Mensch Dir das Gefühl gibt, dass Du etwas unbedingt von ihm/außen brauchst (“denn sonst…!!!) oder ob er Dir als Mensch mit freiem Willen/Deiner Seele hier selbstverständlich ein Wahlrecht zuspricht und Dir Mittel zur Verfügung stellen möchte, die Dir helfen, Deinen eigenen, individuellen Weg zu finden. Denn Deine Seele weiß am besten, was ihr dient und was nicht – niemand sonst kann das!

 

3. Polarisierung, Diskriminierung (einen Schuldigen finden) und Fanatismus: Dein Gegenüber lässt eine differenzierte Wahrnehmung vermissen. An sich gibt es viele Menschen, die in ihren Ansichten bestimmt oder enger sind. Das für sich genommen ist aber noch kein Anzeichen, dass jemand an Deine Energie will. Es kann auch ein Hinweise dafür sein, dass Dein Gegenüber in einer inneren Klarheit ist, fest in seinen Ansichten, in seiner Wahrheit steht, seine Werte kennt und diese vertritt (wie Gandalf in Szene 3).
Wenn Dein Gegenüber Dir keine andere Meinung oder Sichtweise zugesteht, kann das ein Hinweis sein. Wenn Dein Gesprächspartner zudem seine eigene Meinung nicht als solche deklariert, sondern auf fanatische Art seine persönliche als unumstößliche, allgemeingültige Wahrheit verkauft (siehe Punkt 2.) – schau hin!
Meistens wird aus dieser Position jemand – eine Gruppierung, Meinung oder Haltung gesucht, die subtil oder ganz direkt zum Feindbild erklärt.
Diskriminierung und Polarisierung können ein Anzeichen dafür sein, dass Dein Gesprächspartner seinen Selbstwert durch Fremdbeschuldigung und Abwertung Dritter aufbaut bzw. stabilisiert. Hier bewegen wir uns im Bereich von Projektion, Externalisierung, Spaltung, Be- und Abwertung. Dein Gegenüber sucht Verbündete, die an seiner Seite kämpfen: Eine Gruppierung, Partei oder Person ist schlecht, schuld oder böse. Derartig extreme Aussagen spalten. Ein Schwarz-Weiß-Denken, das keinen Raum für Grautöne oder gar Deine eigene Wahrheit lässt.

Beispiele aus den Filmszenen: Kurz zusammengefasst findet sich das am deutlichsten in Szene 3, als Grima Gandalf als Vorbote des Leids bezeichnet und ergänzend unterstellt, dass der Überbringer von schlechten Nachrichten auch ein schlechter Gast ist. Im Grunde macht Grima Gandalf für die schlechten Nachrichten verantwortlich (Externalisierung), obwohl er selbst derjenige ist, der Saruman den Weg geebnet hat.
Auch in Szene 2 findet sich in der Aussage, Éomer hätte Éowyn verlassen eine Beschuldigung und Externalisierung. Begleitet von einer Verdrehung der Tatsachen. Grima sucht in seinen Äußerungen immer wieder Jemanden, den er anklagen und beschuldigen kann – er verteidigt fanatisch seine verdrehte Wahrheit auf geschickte Art und Weise, in dem er diese manipulativ in scheinbar bedeutungslose Nebensätze einbettet.
Szene 1 zeigt eine Beschuldigung Éomers als Kriegstreiber.

Tipp: In Interaktionen spürst Du vielleicht wiederum einen unangenehmen Druck zur Positionierung oder Solidarisierung (s.o.). Schau auch hier genau hin: Geht es Deinem Gegenüber wirklich um eine bestimmte Sache, an die er/sie glaubt? Welchem persönlichen oder höheren Zweck dient diese Haltung? Oder geht es vielleicht eher darum, dass Dein Gegenüber von einer Polarisierung persönlich profitiert? Wird eine bestimmte Gruppe, ein Mensch, eine Meinung abgewertet, vorverurteilt? Gibt es Raum für individuelle Unterschiede? Lädt Dein Gegenüber Dich dazu ein, andere Menschen abzuwerten oder Dich in einer bestimmten Art und Weise über sie zu äußern?
Bei einer Einladung zur Selbstaufwertung (und damit einhergehender Abwertung anderer), aber gleichzeitigem Desinteresse an Deiner wirklichen Meinung und Ärger bei einer evtl. abweichenden Sichtweise darfst Du aufmerksam werden!
Spürst Du, dass Dein Gegenüber von oben auf andere (oder vielleicht auch Dich) herabblickt? Dann nimm Dir mal einen kurzen Moment Zeit und trete innerlich zurück.
Denn wenn Du Sympathie für Dein Gegenüber empfindest, kann es sein, dass Du dieser Anklage, Beschuldigung, Diskriminierung vielleicht stillschweigend zugestimmt hast, aber mit der Zeit eine leichte Beklemmung oder ein unbehagliches Gefühl spürst. Das kann daher rühren, dass Du durch die fehlende Äußerung Deiner Wahrheit nun automatisch zu einer Person geworden bist, die zu einem Widerspruch ansetzen müsste.
Und an der Stelle wird es besonders interessant: Es kann einerseits sein, dass Du in Deinem Ausdruck dadurch gehemmt bist, weil Du eine vermeintliche (aber tatsächlich gar nicht vorhandene) Harmonie aufrechterhalten möchtest.
Oder aber davor zurückschreckst (Angst!), Dein Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. Wenn Du ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis hast und Dich nicht zu Deinen eigenen Werten bekennst, wird das im Verlauf immer schwieriger.
Mach Dir bitte an der Stelle klar, dass es nicht die schöne Begegnung oder gar die Harmonie ist, die Dich zurückhält, sondern die Angst! Wenn Du in einem solchen Fall Deine Meinung noch nicht klar zum Ausdruck gebracht hast, dann solltest Du das so schnell wie möglich tun, Dich positionieren. Und dann kann es sein, dass Du auf einmal auf der Seite des Feindes stehst, d.h. der Schuldige bist – so schnell können sich die Dinge ändern.

 

4. Inhaltliche Widersprüche und Herausnahme der eigenen Person in Bezug auf Ereignisse: Dein Gegenüber klammert sich selbst hinsichtlich der Beteiligung an einem gewissen negativen Ergebnis aus. Dieser Punkt geht oft eng einher mit Punkt Nr. 3. Insgesamt geht es bei diesem Punkt um Verantwortungsübernahme. Es kann an dieser Stelle sogar so weit gehen, dass Dein Gegenüber gewisse Sachverhalte in einen anderen Zusammenhang bringt, Ereignisse verleugnet oder den Hergang anders erklärt. Dabei kann es passieren, dass gewisse Aussagen sich sogar widersprechen. Das kann Hinweis auf ein Lügenkonstrukt sein, das aufrechterhalten werden soll. Wenn Du feststellst, dass Dein Gegenüber sich grundsätzlich jeglicher Verantwortung für sein Verhalten in Interaktionen entzieht, wirst Du auch hier mit der Zeit ein unangenehmes Gefühl, vielleicht Verwirrung, die Last von zu viel Verantwortung spüren oder sogar Schuldgefühle entwickeln. Deine Energie beginnt umso mehr zu schwinden, je länger Du in dieser Situation verharrst. Denn im Grunde ist jede ausbleibende Klarstellung eine stillschweigende Einwilligung zu diesem Verhalten.
Hier begegnet uns die narzisstische Energie in den Abwehrmechanismen Externalisierung und projektive Identifikation. Ein Video hierzu findest Du auf meinem You-Tube-Kanal.

Beispiele aus den Filmszenen: Sichtbar in Szene 1 als Grima die Unzufriedenheit Éomers von den faktischen Ereignissen (Bedrohung) und Grimas Einflussnahme auf den König entkoppelt. Er schließt seine Beteiligung an den Vorfällen aus. Wiederum in Szene 2 lässt Grima gezielt völlig außer Acht, dass er derjenige war, der Éomer vom Hof hat verbannen lassen. Er wirft einen zur faktischen Realität völlig widersprüchlichen Inhalt in den Raum, indem er behauptet, Éomer habe seine Schwester Éowyn verlassen. Es bleibt Dir überlassen, was passiert wäre, wenn Éowyn versucht hätte, das richtigzustellen.

Tipp: Achte auf inhaltliche Widersprüche und wie sich Dein Gegenüber selbst in die Ereignisse einwebt. Gesteht er/sie auch mal einen Fehler ein? Übernimmt er/sie Verantwortung für die Konsequenzen seines/ihres Handelns? Lässt er/sie gewisse Aspekte von Ereignissen immer wieder unbeachtet? Vor allem diejenigen, die ihm/ihr zum Nachteil gereichen würden?
Achte bei Dir selbst darauf, wie Du Dich im Kontakt fühlst. Wenn Du Verwirrung in Dir wahrnimmst, nimm Dir Zeit um genau zu betrachten, woher diese Verwirrung stammt. Wie siehst Du die Dinge? Erlebst Du Schuldgefühle und weißt gar nicht, weshalb?   Auch hier – nimm Dir Zeit und trete innerlich zurück.

 

5. Füttern Deiner Schattenanteile/Entzug Deiner Schöpferkraft: Wenn ein Mensch Deine schweren Anteile verstärkt, unangenehme Gefühle in Dir aufpumpt, indem er sie mit Adjektiven ausschmückt und mit Bedeutungsschwere versieht. Wenn Du Dich nach Gesprächen wiederholt schlechter fühlst als vorher, dann werde aufmerksam. Wir alle haben dunkle und verzweifelte Seiten in uns. Diese dürfen da sein und betrachtet werden. Und es gibt auch Tage, an denen es uns nicht gut geht oder auch Phasen von Trauer, Verletzung und Schmerz. Bestandteil unseres Wachstums und Daseins. Auch schwierige Gespräche gehören nun mal zum irdischen Dasein dazu. Das alles ist noch kein Zeichen dafür, dass jemand an Deine Energie möchte.
Wenn Du aber den Eindruck hast, dass Du durch die Worte Deines Gegenübers immer tiefer in die Negativität gezogen wirst, dann versuche einmal, das Gespräch von außen zu beobachten – was passiert hier?
Das Füttern Deiner Schattenanteile oder negativen Erlebniszustände kann (wie im Beispiel Éowyns) in Verbindung mit der Dir angebotenen Hilfe einhergehen. Jemand kommt und trägt mit seinen Worten dazu bei, dass Dein Leid sich dichter, schwerer und verzweifelter anfühlt, aber – Dein Gegenüber ist ja da und versteht Dich. Vielleicht erlebst Du wirklich Verständnis. Es kann aber gut sein, dass es gar nicht so sehr um Hilfe für Dich geht, sondern dass Dein Gegenüber sich gern in der Rolle des (überlegenen) Helfers erleben möchte. Vielleicht auch, dass Du Deine Pforten für eine energetische Verbindung mit ihm/ihr öffnest (siehe Grima und Éowyn), Dich solidarisierst (siehe Punkt 2.).
Auch wenn es hart ist, muss das hier einmal gesagt werden: Ja, es gibt Menschen, die Dich (bewusst oder unbewusst) nicht in Deiner Kraft sehen wollen. Die Dich nicht leuchten sehen möchten. Menschen, die Deine Schattenseiten betonen möchten, die verhindern möchten, dass Du Dich in Richtung Deines individuellen Potentials weiterentwickelst – weil sie dann so furchtbar alleine wären und sich ändern müssten. Sie klammern sich an die Schatten in Dir, um auf dieser Ebene einen Zugang zu Deiner Energie zu bekommen. Vielleicht, weil sie sich selbst nicht füllen können, eine große innere Leere spüren – aber das ist nicht Deine Aufgabe. Du hilfst diesen Menschen nicht dadurch, dass Du Dich als Energiespender bereitstellst. Das Paradoxe dabei ist, dass nach außen hin genau umgekehrt aussehen kann. Der andere ist ja für Dich da und jetzt unterstellst Du ihm auch noch, er wolle an Deine Energie! Achte darauf, was wirklich passiert! Bleib bei Dir!

Vorsicht: Ich spreche in diesem Abschnitt nicht von gegenseitiger Unterstützung in schweren Zeiten oder von Menschen, die einfach unsere Hilfe brauchen!
Dieser Abschnitt meint eine vom Gegenüber ausgehende Energie, die Dich gezielt kleinhält, subtil abwertet, das Negative in Dir verstärkt. Und zwar zu eigenen Zwecken.

Beispiele aus den Filmszenen: Grima hält in Szene 1 Théoden subtil klein und entmachtet ihn energetisch, indem er ausspricht, dass er geschont und nicht belastet werden dürfe. Oberflächlich mag dies nach einem gut gemeinten, freundschaftlichen Rat aussehen. In Wahrheit aber entwürdigt er den König und entzieht ihm durch das Absprechen von Kraft und Stärke Energie. Er hält ihn in einer devoten Position, während er gleichzeitig vorgibt, es gut zu meinen.
Szene 2 ist das Präzendenzbeispiel für das Füttern der Schattenteile: Grima überschreitet Éowyns Grenzen gegen ihren Willen. Alleine durch diese gut überspielte Respektlosigkeit versucht er schon, ihren Willen zu schwächen. Er kommt ihr auf einer sehr persönlichen Ebene nahe und nährt ihre Empfindungen mit Worten, verleiht ihnen mehr Raum und Gewicht.
Wenn Du Dir diese Szene noch einmal anschaust und Dich in Éowyn hineinversetzt, dann kannst Du einen Geschmack für eben dieses Gefühl bekommen, wenn jemand Dein Herz durch Worte mit Trauer und Einsamkeit einschnürt. Du kannst vielleicht auch die erzeugte Verdichtung ihrer Verzweiflung, Schwere, Trauer und Einsamkeit spüren und verstehst, wie er einen Zugang zu ihr (und ihrer Energie) zu finden versucht und – wie es ihm beinahe gelingt.

Tipp: Wie genau sieht Dich Dein Gegenüber? Wie nimmt er/sie Dich wahr? Bist Du ein Mensch mit Licht- und Schattenseiten oder wirst Du kleingehalten, subtil abgewertet? Vertraut Dein Gegenüber darauf, dass Du Deine Schattenseiten integrieren, mit ihnen umgehen lernen und daran wachsen kannst? Oder fühlst Du im Kontakt eine Schwere, Verdichtung eines zuvor gar nicht als so intensiv wahrgenommenen Gefühls? Fühlst Du Dich anschließend schwach und ausgelaugt? Geht es Dir ähnlich wie Éowyn, dass Du vielleicht gar kein wirkliches Vertrauen zu diesem Menschen hast und Dich in Deiner Einsamkeit und aufgrund Deiner erlebten Gefühle einfach hingibst, vielleicht sogar für einen Moment aufgibst?
Hast Du den Eindruck, dass Dein Gegenüber für dieses Für-Dich-da-sein eine bestimmte Erwartung verbindet? Achte bitte auch hier bei Dir selbst darauf, wie Du Dich im Kontakt fühlst und nimm Dir ggf. Zeit um alles genau zu betrachten. Unterbreche Dein Gegenüber und wechsle das Thema, wenn Du Dich nicht wohl damit fühlst. Wenn er/sie nicht davon ablässt, dann tue es Éowyn gleich und schaffe Distanz.

 

Diese fünf ausführlichen Erläuterungen sollen Dir Ansatzpunkte zum Check liefern.
Darüberhinaus findet natürlich auch eine Form von Energieraub bei Abwertung, Manipulation, Ghosting, emotionaler Erpressung usw. statt. Aus meiner Sicht geht es bei Energieraub immer um die Positionierung hierzu. Wir können nur bei uns selbst nach möglichen Andockstellen suchen und diese bearbeiten und uns trotzdem klar zu dieser Form der unfreiwilligen Energieverschiebung positionieren.
Ich wiederhole das noch einmal: Solange wir nicht alle das Mangeldenken in uns abgelöst haben, sind wir alle potentiell auch Energeiräuber. Wir wollen etwas von außen, das wir im Innen noch nicht entdeckt haben. Das ist menschlich!
Bei Energievampirismus geht es um die Frage des Bewusstseins und der Verantwortungsübernahme: Bin ich bereit, meine Ecken selbst auszuleuchten und das Gefühl von Mangel als Antrieb zu nutzen, um mich weiterzuentwickeln oder verharre ich in einer Identifikation mit diesem Mangel und mache mir die Energie anderer zu nutze?
Wir alle tauschen Energien aus – das ist total normal, oft belebend, inspirierend und in einer bestehenden Herzoffenheit fast das Schönste, was es gibt: Die wahre, wirkliche Verbundenheit wirklich auch zu erleben und fließen zu lassen. Es gibt nichts Schöneres, als selbstlos aus dem Herzen frei zu geben, auch für andere da zu sein und dadurch dem Ruf unserer wahren Natur zu folgen.
Du kannst nur dann wirklich frei geben, wenn Du selbst gefüllt bist.
Um in die Fülle zu kommen, darfst Du Dich an erste Stelle setzen und Dich gegenüber einem unfreiwilligen Abgeben Deiner Energie klar positionieren.
In Selbstliebe, Deiner Wahrheit und ureigenen Kraft.
Und ich hoffe, dass ich Dir mit diesem Artikel auf meine Weise ein wenig zu mehr Klarheit verhelfen konnte.

 

 

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Narz_Empath
#1 Die Basis: Empathisch-narzisstischer Magnetismus – 8 gemeinsame Grundkonflikte
Abhängigkeit
#2 Konflikte des empathisch-narzisstischen Magnetismus: Individuation vs. Abhängigkeit

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Susanne Meyer
23. Juli 2019 22:58

Ein super Artikel. Und es wird auch gut gezeigt, dass auch das Helfersyndrom Energievampirismus sein kann. Allerdings sind Leute mit Helfersyndrom auch umgekehrt sehr anfällig dafür, dass Energievampire bei ihnen Energie ziehen. Je nach spezieller Lage und konkreter Ausgestaltung der Situation.

Was allerdings noch super wäre – ein komplementärer Artikel, wie man es vermeidet, selbst bei anderen Energie zu ziehen. Die meisten Leute machen das nämlich nicht bewusst und absichtlich, sondern als unbewusst ablaufendes Schema, das man erkennen und stoppen sollte. Diese abgezogene Energie ist nämlich auch ein Suchtmittel, das einem selbst schadet und ebenso demjenigen auf dessen Kosten es finanziert wird.

Ich mache mich mal auf die Suche, ob es da was darüber gibt. Ich bin am Überlegen, nach welchen Schlagworten man da suchen könnte.

Antworten
    Kristina Peters
    24. Juli 2019 7:10

    Vielen Dank für die Rückmeldung und Anregung! Das ist wohl wahr mit dem Unbewussten. Im Grunde versuchen wir alle nur irgendwie “klarzukommen” und vergessen dabei oft, dass alles in uns ist und wir vertrauen dürfen. Den Begriff selbst finde ich auch hart gewählt, doch man weiß, was damit gemeint ist (wie bei vielen Begriffen). Im Grunde ist es immer so, dass ein (u.U. nicht bewusstes) Mangeldenken dazu führen kann, dass man “zapft”. Überall da, wo ich selbst noch keine Bewusstheit habe und einem alten Muster folge, einer “Fehlprogrammierung” kann es dazu kommen, dass der “Zufluss” von Anderen gebraucht wird (und ich meine kein freies “fließen lassen”, sondern das Gefühl des “Brauchens”). Niedriger Selbstwert, Selbst-Bewusstsein und Selbst-Liebe können Gründe sein. Was nicht innen ist, soll von außen kommen. In einem Video spreche ich diesbezüglich auch von “leeren Eimern”, die man sich füllen lässt. Das kann dauerhaft in emotionale Abhängigkeit führen, wenn ich zur Stabilisierung meines Selbst-Werts glaube, einen Anderen Menschen “brauchen” zu müssen. Dafür füllt man auch dessen Eimer, dass der wiederum die eigenen befüllt. Kreislauf. Eine natürliche Verbindung zueinander ist uns im freien Fließen gegeben und Teil unseres Wesens. Gänzlich unabhängig sind wir nie. Und das ist auch gut so. Doch das “brauchen” – der Mangel und das Denken diesbezüglich – das ist die wahre Bremse. https://www.youtube.com/watch?v=P81phOJ1z2E

    Antworten

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